Mit deutscher Hilfe: Dieser kleine Profiverein rockt seine Liga!

Mouscron (Belgien) - Was für eine starke Serie! Der belgische Erstligist Royal Excel Mouscron hat im Jahr 2019 noch nicht ein einziges Spiel verloren. Daran haben auch mehrere Deutsche großen Anteil.

Hertha-Leihgabe Sidney Friede (r.) wurde bei Royal Excel Mouscron auf Anhieb Stammspieler im zentralen Mittelfeld und überzeugt in Belgien mit starken Leistungen.
Hertha-Leihgabe Sidney Friede (r.) wurde bei Royal Excel Mouscron auf Anhieb Stammspieler im zentralen Mittelfeld und überzeugt in Belgien mit starken Leistungen.  © DPA

Vor dem Start in die restliche Rückrunde stand Mouscron lediglich auf dem 15. Tabellenplatz, war damit Vorletzter der Jupiler League.

Doch in der Winterpause konnten der deutsche Sportdirektor Jürgen Röber und der seit September 2018 amtierende deutsche Trainer Bernd Storck gleich zwei erstklassige Transfers eintüten.

Von Röbers früherem Club Hertha BSC kam Sidney Friede als Leihgabe in die knapp 60.000 Einwohner fassende Stadt (TAG24 berichtete). Dazu konnte der erfahrene Fachmann auch Taiwo Awoniyi verpflichten, der zuvor von der U23 des FC Liverpool an Ligakonkurrent KAA Gent ausgeliehen war - und nur ganz selten traf.

Bei Mouscron hingegen blüht der nigerianische Stürmer richtig auf, erzielte in neun Spielen sieben Treffer und bereitete zwei weitere Tore direkt vor.

Mit diesen beiden Akteuren hat Mouscron im neuen Jahr noch nicht verloren. Sieben Siege und zwei Unentschieden sind eine grandiose Bilanz für den kleinen Verein.

Und die Gegner waren keineswegs Fallobst: Friede, der in acht Spielen zweimal traf und ein Tor direkt vorbereitete, und seine Teamkollegen siegten bei Tabellenführer KRC Genk ebenso mit 2:1 wie beim Zweiten FC Brügge und holten beim Dritten Standard Lüttich ein 1:1-Remis. Dank dieser dauerhaft starken Leistungen rückte Mouscron auf den zehnten Tabellenplatz vor.

Royal Excel Mouscron um Sidney Friede (l.) hat kein einziges seiner neun Pflichtspiele im Jahr 2019 verloren.
Royal Excel Mouscron um Sidney Friede (l.) hat kein einziges seiner neun Pflichtspiele im Jahr 2019 verloren.  © Imago

Und dabei stellte sich die Mannschaft in den Spielen gegen die belgischen Spitzenteams keineswegs nur hinten rein.

Im Gegenteil. Storck legt Wert auf Ballbesitz und gepflegtes Spiel. Doch dass Mouscron damit in diesem Jahr so erfolgreich sein würde, hatte niemand erwartet.

Im Winter-Trainingslager in Spanien konnte man das zumindest erahnen. Denn Storck, der frühere Bundesliga-Spieler von Borussia Dortmund und ehemalige Nationaltrainer Ungarns und Kasachtans, konnte seine Ideen umsetzen. So wurde unter anderem auch der 1. FC Nürnberg im Testspiel bezwungen.

Am Aufschwung hatten Awoniyi und Friede großen Anteil. Sie waren genau die Spielertypen, die dem Team bis dahin noch gefehlt hatten. Friede als technisch herausragender Kicker mit einer großen Spielübersicht, Torgefahr und Zweikampfstärke, Awoniyi mit seiner Schnelligkeit und seinem Torinstinkt verstärkten die Mannschaft in jederlei Hinsicht.

Friede, der gebürtige Berliner, der erstmals aus seiner Heimatstadt weg ist und dort bei seiner Mutter lebte, blühte in der neuen Umgebung auf und zeigte, warum er seit drei Jahren deutscher Junioren-Nationalspieler ist und auch bei Hertha als großes Talent galt und noch gilt.

Im Sommer soll und will der 20-Jährige in die deutsche Hauptstadt zurückkehren, um sich bei Hertha trotz der starken Konkurrenz durchzusetzen. Dass er dazu das Zeug hat, hat er in Belgien bereits bewiesen und wird es in den zehn anstehenden Play-off-Spielen vermutlich auch noch einige Male zeigen.

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