RTL/n-tv-Trendbarometer: 95 Prozent der AfD-Wähler halten Partei für "normal"

Köln - 79 Prozent der Menschen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen die nicht die AfD wählen, halten die Partei für "eine Partei am extrem rechten Rand". Das ist ein Ergebnis des neuesten RTL/n-tv Trendbarometers.

In Sachsen, Brandenburg und Thüringen stehen bald Landtagswahlen an.
In Sachsen, Brandenburg und Thüringen stehen bald Landtagswahlen an.  © DPA

Der Sender hat insgesamt 2002 Wahlberechtigte in den Bundesländern befragt. Insgesamt 92 Prozent der Befragten fänden es nicht gut oder weniger gut, wenn die rechtspopulistische Partei in die jeweiligen Landtage als stärkste Partei einziehen würde.

Umgekehrt würden 92 Prozent der AfD-Wähler einen Einzug ihrer Partei als "gut für das Land" bezeichnen. Brisant: Nur 4 Prozent der AfD-Wähler verorten ihre Partei am extrem rechten Rand, während 95 Prozent sie für eine "normale Partei" halten.

Laut RTL/n-tv Trendbarometer sind die befragten AfD-Wähler unzufriedener mit ihrer jeweiligen Landesregierung, befürchten eher eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse und haben größere Sorgen vor einer möglichen "Überfremdung".

Auch scheinen die AfD-Anhänger keine Freunde der Demokratie zu sein. 29 Prozent der AfD-Anhänger fänden es besser, wenn es "keine oder nur eine Partei" in Deutschland gäbe.

Parteien konnten Nichtwähler bislang nicht überzeugen

Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner bewertet die Ergebnisse: "Die AfD-Anhänger sind eine recht homogene, zu 70 Prozent von Männern getragene verschworene Gemeinschaft. Ihre Größe allerdings wird stark überschätzt. Die überwiegende Mehrheit der Bürger in Brandenburg, Thüringen und Sachsen stimmt mit den Einstellungen der AfD-Anhänger nicht überein."

Als Argument führt er an, das bei der Europawahl in den drei Bundesländern die Zahl der Nichtwähler besonders hoch gewesen sei. Sie lag deutlich über der Zahl der AfD-Wähler.

Trotzdem seien die anderen Parteien ins Hintertreffen geraten: Sie schafften es nicht, die Nichtwähler in den Bundesländern für sich zu gewinnen.

Bei der Europawahl hatten viele Menschen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen nicht abgestimmt.
Bei der Europawahl hatten viele Menschen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen nicht abgestimmt.  © DPA

Titelfoto: DPA

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