Eine Legende ist gegangen: Rudi Assauer (74) tot

Herten - Eine Bundesliga-Legende ist tot! Rudi Assauer verstarb mit 74 Jahren. Das bestätigte seine ehemalige Lebensgefährtin Beate Schneider.

Rudi Assauer, wie man ihn kannte: Mit einer Zigarre im Mund und einem flotten Spruch auf den Lippen.
Rudi Assauer, wie man ihn kannte: Mit einer Zigarre im Mund und einem flotten Spruch auf den Lippen.  © DPA

"Rudi ist heute Nachmittag gestorben. Es ist traurig aber auch eine Erlösung für ihn. Wir sind alle wahnsinnig traurig", wird Schneider zitiert.

Charmebolzen Assauer litt seit vielen Jahren an Alzheimer. Bereits 2012 machte er seine Erkrankung bekannt. Mit zunehmender Dauer schränkte ihn diese furchtbare Krankheit immer mehr ein. Sowohl seine geistigen-, als auch seine motorischen Fähigkeiten ließen immer mehr nach.

Dabei hatte Assauer in seinem Leben vieles erreicht. Geboren in Herten, Nordrhein-Westfalen, begann er 1952 mit acht Jahren mit dem Fußballspielen beim lokalen Club Spielvereinigung Herten und schaffte es dort bis in die erste Mannschaft, die in der damals zweitklassigen Regionalliga spielte.

Dort fiel er positiv auf und wurde 1964 von Borussia Dortmund unter Vertrag genommen, spielte fortan in der damals noch sehr neuen 1. Bundesliga an der Seite von Legenden wie Lothar Emmerich und Hans Tilkowski.

Mit ihnen feierte er am 5. Mai 1966 einen seiner größten Erfolge. Assauer gehörte in Glasgow zu der Mannschaft, die durch einen 2:1-Erfolg nach Verlängerung gegen den FC Liverpool erstmals den Europapokal nach Deutschland holte.

Wechsel von BVB zu Werder; Anfangszeiten als Manager

Rudi Assauer war eine der prägendsten Figuren in der Bundesliga-Geschichte.
Rudi Assauer war eine der prägendsten Figuren in der Bundesliga-Geschichte.  © DPA

Nach 127 Spielen wechselte er 1970 innerhalb der Bundesliga von Borussia Dortmund zum SV Werder Bremen, wo er als Verteidiger ebenfalls gesetzt war und in sechs Jahren 226 Partien für die Grün-Weißen bestritt. Insgesamt erzielte Assauer in seiner Karriere zwölf Tore und bereitete 15 weitere Treffer direkt vor.

Zum 1. Juli 1976 hin beendete er seine erfolgreiche Karriere und wurde nahtlos Manager von Werder, wo er bis zum 14. Mai 1981 die sportlichen Geschicke der Grün-Weißen leitete.

Einen Tag später war er erstmals beim FC Schalke 04 als Manager tätig. Bis zum 4. Dezember 1986. Dann wurde Assauer entlassen und nahm sich anschließend eine Fußball-Auszeit von dreieinhalb Jahren.

Doch er war nicht untätig und arbeitete in der Immobilienbranche in Bremen.

Zum 1. Juli 1990 kehrte er aber noch einmal ins Fußballgeschäft zurück und übernahm den Manager-Posten beim Zweitligisten VfB Oldenburg, wo er bis zum 31. März 1993 blieb.

Große Erfolge mit dem FC Schalke 04

Einer seiner größten Erfolge: Rudi Assauer gewann mit Trainer Huub Stevens und dem FC Schalke 04 1997 den UEFA Cup.
Einer seiner größten Erfolge: Rudi Assauer gewann mit Trainer Huub Stevens und dem FC Schalke 04 1997 den UEFA Cup.  © DPA

Dann zog es ihn wieder Schalke zurück, wo er vom 1. April 1993 ununterbrochen bis zum 17.Mai 2006 (!) aktiv in leitender Position tätig war. Zudem stieg er ab dem 12. Dezember 1994 auch noch zum Vorstandsmitglied der "Knappen" auf.

Schalke erlebte unter Assauer eine Blütezeit, war sportlich und finanziell erfolgreich. Dazu wurde unter seiner Regie das heutige, überdachte Stadion auf Schalke gebaut.

Er wird aber nicht nur deshalb in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen seiner Werbeauftritte für den Namensgeber der S04-Arena Veltins, wo er den legendären Spruch "Nur gucken, nicht anfassen", prägte. Er trat an der Seite seiner damaligen Lebensgefährtin Simone Thomalla auf.

Assauer hinterlässt zwei Töchter.

Mit den Schalkern wurde Assauer 1997 UEFA-Cup-Sieger (im Elfmeterschießen gegen Inter Mailand), holte zweimal den DFB-Pokal (2001 gegen den 1. FC Union Berlin; 2002 gegen Bayer 04 Leverkusen).

Titelfoto: DPA

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