Rudolf-Heß-Gedenkmarsch durch Berlin: Linksextreme wollen Nazi-Demo zerschlagen

Der Aufmarsch in Gedenken an Hitlers-Stellvertreters Heß wird auf mehrere Gegendemonstrationen von Linksextremen stoßen.
Der Aufmarsch in Gedenken an Hitlers-Stellvertreters Heß wird auf mehrere Gegendemonstrationen von Linksextremen stoßen.  © DPA (Bildmontage)

Berlin - Rund um die Demonstration von Neonazis zum 30. Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß (TAG24 berichtete) könnte es am Samstag in Berlin-Spandau zu Gewaltausbrüchen kommen.

Linksextreme Gruppen kündigten heftigen Widerstand gegen die Neonazis an, die gegen 12.00 Uhr am S-Bahnhof Spandau zusammenkommen. Im Internet wurde zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Auf der linksextremen Internetseite "Indymedia" hieß es am Donnerstag: "Sollte der Naziaufmarsch am Samstag zum ehemaligen Kriegsverbrechergefängnis ziehen, würde ein Ort politisch neu aufgeladen werden. Dies muss mit allen Mitteln verhindert werden."

Zahlreiche andere Gruppen, darunter Parteien wie SPD, Grüne und Linke, Gewerkschaften und Bündnisse gegen Rechts, hatten friedliche Proteste gegen die Neonazis angekündigt.

Der Veranstalter des Rudolf-Heß-Marschs erlaubt schwarz-weiß-rote Fahnen und themenbezogene Transparente.
Der Veranstalter des Rudolf-Heß-Marschs erlaubt schwarz-weiß-rote Fahnen und themenbezogene Transparente.  © DPA

Die Polizei ist jedoch alarmiert, denn am selben Tag findet nicht unweit des Demonstrationsortes das Bundesligaspiel zwischen Hertha BSC und VfB Stuttgart im Olympiastadion (15.30 Uhr) statt.

Zudem werden aufgrund der Fan-Freundschaft mit den Berlinern auch Anhänger des Fußball-Drittligisten KSC erwartet, die nicht sonderlich gut auf VfB-Fans zu sprechen sind.

Somit besteht erhöhtes Gewaltpotential am Samstag, das die linksextremen Gruppierungen für sich nutzen wollen.

"Es wird für die Berliner Polizei kaum möglich sein, diese Gemengenlage unter Kontrolle zu haben. Das bringt Risiken mit sich, kann aber auch im positiven Sinne zu Chaos führen", heißt es weiter.

Ein Verbot der Neonazi-Demonstration war von mehreren Seiten gefordert worden. Eine Sprecherin der Berliner Senatsinnenverwaltung hatte zuletzt aber auf die grundlegende Bedeutung der Versammlungsfreiheit hingewiesen.


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