Rückhaltebecken im Würschnitztal: Wie sicher ist der neue Hochwasserschutz?

Der Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung, Heinz Gräfe (61), steht vor der neuen Staumauer.
Der Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung, Heinz Gräfe (61), steht vor der neuen Staumauer.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Sekt und Selters: Das Hochwasserrückhaltebecken in Neuwürschnitz ist feierlich eingeweiht worden. Doch flussabwärts herrscht Katerstimmung.

Reichlich drei Jahre Bauzeit, 1,03 Millionen Kubikmeter Stauraum, 21,8 Millionen Euro teuer: Das Hochwasserrückhaltebecken in Neuwürschnitz ist fertig.

"Für die Anlieger an der Würschnitz ein freudiges Ereignis", sagt Heinz Gräfe (61), Chef der Landestalsperrenverwaltung (LTV). "Für sie hat sich der Hochwasserschutz zum Teil erheblich verbessert." Die Wirkung sei bis Klaffenbach und Harthau zu spüren.

"Na ja", sagt Ralf Kirchübel (57). "Wir als Bürgerinitiative hatten eine Einladung zur Einweihung - ich bin aber bewusst ferngeblieben." Aus seiner Sicht reicht das eine Becken in Neuwürschnitz nicht. "Nur mit einem zweiten in Jahnsdorf wären Anlieger wirklich geschützt." Ein zweites Hochwasserrückhaltebecken ist der LTV aber zu teuer.

Ein von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (55, SPD) beauftragtes Gegengutachten kam zu keinem eindeutigen Ergebnis (MOPO berichtete). Für die OB ist auch die Chemnitzer Innenstadt bedroht, wenn Würschnitz und Zwönitz Hochwasser führen.

Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (56, CDU) will weiter am Hochwasserschutz dranbleiben. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Fortsetzung des Hochwasserschutzes prioritär im Haushalt behandelt werde.

Ralf Kirchübels Skepsis bleibt: "Die Menschen im Würschnitztal haben nach den Flutkatastrophen 2002, 2010 und 2013 das Vertrauen in die Politik verloren."


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