Alarm! Retter immer öfter im Einsatz ausgebremst

Karsten Saack (50), Chef des Landesfeuerwehrverbandes, appelliert, Rettern und Helfern auf Autobahnen frühzeitig Platz zu machen.
Karsten Saack (50), Chef des Landesfeuerwehrverbandes, appelliert, Rettern und Helfern auf Autobahnen frühzeitig Platz zu machen.

Von Andrzej Rydzik

Radeburg - Wehe, wenn es auf Autobahnen kracht: Retter und Helfer beklagen immer größere Probleme wegen fehlender Rettungsgassen. Regelmäßig spitzt sich die Lage zu, wenn nicht nur Unfälle, sondern auch Autobrände in Baustellen passieren - so wie gestern auf der A13.

Kurz nach Mitternacht rückten die Feuerwehren Radeburg und Bärnsdorf Richtung A13 aus. In der Langzeitbaustelle zwischen Marsdorf und Radeburg war ein Autofahrer mit seinem Wagen in die Leitplanke gekracht. Das Auto fing dabei Feuer, der Fahrer konnte sich aber rechtzeitig retten.

Für die Kameraden war es kein einfacher Einsatz. „Die Anfahrt zur Unglücksstelle war schwierig. Leider haben uns die Autofahrer kaum eine Rettungsgasse gelassen.

Über Schleichwege durch die Baustelle zu kommen ist nachts immer problematisch. Was uns dann bleibt, ist die Gegenfahrbahn“, so Steffen Walther, Einsatzleiter der Bärnsdorfer Wehr.

Romy Berndt (44) ist auf der A4 und A14 meist mit den ganz großen Abschleppwagen unterwegs. Auch sie erlebt immer wieder das reinste Chaos im Stau.
Romy Berndt (44) ist auf der A4 und A14 meist mit den ganz großen Abschleppwagen unterwegs. Auch sie erlebt immer wieder das reinste Chaos im Stau.

Engstellen auf Sachsens Autobahnen gibt es derzeit jede Menge. Allein auf der A4 zwischen Chemnitz und Görlitz wird an sieben Stellen gebaut. Dort sind die Fahrbahnen eingeschränkt - natürlich auf für Rettungskräfte.

Karsten Saack (50), Chef des Landesfeuerwehrverbandes: „Fehlende Rettungsgassen können schlimmstenfalls Leben kosten. Die Fahrer von Blaulichtfahrzeugen müssen oft genug Kopf und Kragen riskieren, weil viele Autofahrer nicht wissen, wie sie sich im Stau verhalten sollen.“

Dabei ist die Regel einfach: Autos auf dem linken Fahrstreifen müssen an den linken Fahrbahnrand fahren, die auf der rechten Spur an den rechten Fahrbahnrand. An engen Passagen wie an Baustellen müssen Autofahrer so versetzt halten, dass sich die Retter „durchschlängeln“ können.

Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 20 Euro rechnen. Unfallopfer dagegen kann die fehlende Rettungsgasse das Leben kosten …

Fotos: Falk Bernhardt, Dirk Hunger, imago


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