PEGIDA-Chef Bachmann tritt zurück!

PEGIDA-Lutz Bachmann (41).
PEGIDA-Lutz Bachmann (41).

Dresden - Der Gründer und Vereinsvorsitzende von PEGIDA, Lutz Bachmann (41), ist heute Abend (Mittwoch, 21.1.) zurückgetreten. Das erklärte PEGIDA-Sprecherin Kathrin Oertel (36) in einer Pressemitteilung.

Er wird den PEGIDA-Vorstand verlassen und als Chef des PEGIDA e.V. zurücktreten. Ob er noch im Orga-Team bleiben darf, wird noch entschieden.

Damit reagierte das Organisationsteam auf die rassistischen und ausländerfeindlichen Facebook-Posts Bachmanns und das veröffentlichte Foto, auf dem er als Hitler posiert.

Im September 2014, als es PEGIDA noch nicht gab und Bachmann noch als Werbegrafiker arbeitete, beschimpfte Bachmann Asylbewerber bei Facebook als als „Gelumpe“, „Dreckspack“ und „Viehzeug“. Eine Frau, die damals mit in der Diskussion war, machte die Äußerungen jetzt öffentlich.

Das Hitler-Foto sei wiederum ein Scherz gewesen. Bachmann schrieb dazu bei Facebook: "Christoph Maria Herbst hat es gefallen als ich ihm das Foto zur Veröffentlichung des Satire-Hörbuchs "Er ist wieder da" auf die Pinnwand machte. Man muss sich auch mal selbst auf die Schippe nehmen."

Am Mittwoch meldete sich der Schauspieler Christoph Maria Herbst, der das Buch "Er ist wieder da" (Hitler erwacht wieder in Berlin, von Auto Timur Vermes, erschienen 2012) als Sprecher vertont hat und ließ über seinen Anwalt ausrichten:

"Christoph Maria Herbst hat keine eigene Facebook-Seite. Ebenso falsch ist, dass er das Foto von Herrn Bachmann geliked hat o. ä. Wir bitten, von einer Übernahme einer solchen Aussage von Herrn Bachmann Abstand zu nehmen, da sie unwahr ist."

In einer Pressemitteilung unter der Überschrift "Zum Rücktritt von Pegida-Organisator Lutz Bachmann", die bei MOPO24 einging, sagt Sachsens AfD-Chefin Frau Petry: „Die AfD verurteilt diese von Lutz Bachmann getätigten Äußerungen aufs Schärfste und distanziert sich in aller Deutlichkeit davon. Bachmann hat damit den mühsam erreichten Diskurs zwischen Pegida-Teilnehmern und Politik beschädigt. Politische Glaubwürdigkeit ist ohne persönliche Integrität unmöglich.“

Allerdings rief ein AfD-Sprecher diese Pressemitteilung kurz darauf wieder zurück.

In einer Pressemitteilung äußert sich Lutz Bachmann am Abend:

„Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen Bürgern, die sich von meinen Postings angegriffen fühlen. Es waren unüberlegte Äußerungen, die ich so heute nicht mehr tätigen würde. Es tut mir leid, dass ich damit den Interessen unserer Bewegung geschadet haben, und ziehe daraus die Konsequenzen."

PEGIDA-Sprecherin Oertel kommentiert den Rücktritt: „Lutz Bachmann hat sich bei PEGIDA viele Verdienste erworben. Er hat die Bewegung auf die Straße und in die Medien gebracht und es gemeinsam mit uns geschafft, Zehntausende dafür zu mobilisieren und zu begeistern.

Wir bedauern diese Entwicklung sehr. Wir bedauern sie umso mehr, als seit dem Wochenende eine andere Wahrnehmung von PEGIDA im Land spürbar war. Diesen Prozess wollen wir kontinuierlich vorantreiben. Der Hitler-Selfie an die Pinnwand von Christoph Maria Herbst als Sprecher von Timur Vermes‘ ‚Er ist wieder da‘ war Satire, und die steht jedem Bürger frei. Die pauschale Beleidigung fremder Menschen allerdings nicht mehr."

Lutz Bachmann hatte sich als Hitler gestylt bei Facebook gepostet.
Lutz Bachmann hatte sich als Hitler gestylt bei Facebook gepostet.

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