Trainer Christoph Daum rastet völlig aus

Daum machte auf der Pressekonferenz zwei Minuten lang seiner Wut Luft.
Daum machte auf der Pressekonferenz zwei Minuten lang seiner Wut Luft.

Cluj-Napoca - Zunächst lacht Daum noch, als er am Dienstag vor dem Testspiel gegen Chile (3:2) gefragt wird, ob er in Erwägung ziehe, nach der Partie als Nationaltrainer zurückzutreten. Daraufhin legte er mit seiner Wutrede los.

Seit Anfang Juli 2016 trainiert Christoph Daum (63) die Nationalelf der Rumänen. Bisher gewann er von sieben Spielen nur ein einziges.

Am letzten Samstag verlor seine Truppe chancenlos 1:3 gegen Polen. In der Pressekonferenz am Dienstag bekam Daum dann die Enttäuschung der Journalisten zu spüren.

Ein Journalist fragte ihn, ob er in Erwägung ziehe, nach der Partie als Nationaltrainer zurückzutreten und seinen Vertrag einvernehmlich aufzulösen.

Wild gestikulierend erklärte er: "Das liegt nicht auf dem Tisch! Ich weiß nicht, was Sie da konstruieren wollen. Es ist immer das Gleiche. Seit Monaten höre ich, dass ich zurücktreten soll! Sagen Sie mir einen Grund, gemessen an dem, was wir erreicht haben und was wir in Zukunft vorhaben, warum ich jetzt aufhören sollte? Nur weil die Resultate nicht stimmen?"

Auf die Nachfrage, was Daum denn noch erreichen möchte, polterte er direkt weiter gegen den rumänischen Journalisten: "Wenn Sie wirklich offen dafür wären, würde ich mich mit Ihnen hinsetzen und ein, zwei, drei Stunden über Fußball reden. Aber wenn ich mit Ihnen rede, nehmen Sie nicht ein Prozent davon auf. Sie verdrehen es ins Gegenteil und schaffen Lügen. Selbst wenn ich Ihnen die Fakten sage, sind Sie nicht interessiert. Über das, was wir erreicht haben, schreiben sie nichts! Alles was Sie interessiert, ist mein Rücktritt."

Sogar den Nationalstolz des Journalisten stellt er am Ende seiner Rede infrage: "Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin rumänischer als sie. Ich identifiziere mich mehr mit diesem Land und den Menschen als Sie. Sie helfen nicht, sie sind nur auf dem zerstörerischen Weg."

Das anschließende Freundschaftsspiel gegen Chile gewann Rumänien dann nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2.


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