Diesel-Affäre: Anklage gegen früheren Audi-Chef Rupert Stadler erhoben

München - In der Diesel-Affäre hat die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler (56) erhoben.

Gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler wurde Anklage erhoben.
Gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler wurde Anklage erhoben.  © Sebastian Gollnow/dpa

Ihm und drei weiteren Angeschuldigten werde "Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vorgeworfen", teilte die Behörde am Mittwochmorgen in München mit.

Den drei anderen Beschuldigten legt sie zur Last, Motoren für Fahrzeuge der Marken Audi, VW und Porsche entwickelt zu haben, deren Steuerung mit einer unzulässigen Softwarefunktion ausgestattet gewesen sei.

Dem 56-jährigen Stadler wirft sie vor, "spätestens ab Ende September des Jahres 2015 von den folgenschweren Manipulationen Kenntnis gehabt und gleichwohl weiter den Absatz von betroffenen Fahrzeugen der Marken Audi und VW veranlasst bzw. den Absatz nicht verhindert zu haben".

Ob es wirklich zu einem Prozess kommt, muss das Landgericht München II entscheiden.

Die Anklage umfasst den Angaben zufolge 250.712 Fahrzeuge von Audi, 71.577 Fahrzeuge von VW und 112.131 Fahrzeuge von Porsche. "Die Fahrzeuge sind insbesondere auf dem US-amerikanischen und europäischen Markt veräußert worden", hieß es weiter.

Stadler war am 18. Juni 2018 wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr in Ingolstadt verhaftet worden und hatte im Gefängnis Augsburg-Gablingen vier Monate lang in Untersuchungshaft gesessen.

Das Oberlandesgericht München setzte den Haftbefehl vom Juni im Herbst 2018 gegen Auflagen außer Vollzug. Ohne Zustimmung der Staatsanwaltschaft durfte Stadler weiterhin keinen Kontakt zu Mitbeschuldigten und möglichen Zeugen aufnehmen. Nachfolger an der Audi-Spitze ist seit Anfang des Jahres der 58 Jahre alte Bram Schot.

Die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen den Rupert Stadler erhoben.
Die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen den Rupert Stadler erhoben.  © Marijan Murat/dpa

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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