"Russland von oben": Geniale Aufnahmen des größten Landes der Welt!

Deutschland - Endlich mal wieder eine aufwendige Naturdokumentation, die in die Kinos kommt! Ab dem 27. Februar ist "Russland von oben" in Deutschlands Lichtspielhäusern zu sehen.
Ein Braunbär schaut verdutzt vom Lachsfischen hoch zu einer wegfliegenden Möwe.
Ein Braunbär schaut verdutzt vom Lachsfischen hoch zu einer wegfliegenden Möwe.  © PR/© colourFIELD (Peter Thompson) /Filmwelt
Der große Erfolg der ZDF-TV-Serie ist ein entscheidender Grund dafür, dass dieser Film gemacht werden konnte und nun ins Kino kommt. Denn die fünf 45-minütigen Folgen zogen 30 Millionen Zuschauer in ihren Bann und stellten damit einen TV-Rekord für eine Doku-Reihe auf.

Die Kinofassung ist nun die komprimierte Version davon mit einer Länge von 120 Minuten. Verantwortlich für diesen und die Serie ist das Team, das schon mit "Deutschland von oben" eine beeindruckende Serie und einen starken Film (2012) geschaffen hat.

Diesmal waren die logistischen Anforderungen übrigens noch deutlich höher. Denn die Regisseure Freddie Röckenhaus und Petra Höfer, die überraschend während der Dreharbeiten im Alter von 54 Jahren verstarb, hatten auf einer 50-fach größeren Fläche und gewaltigen Temperaturunterschieden zu drehen.

Russland ist mit 17 Millionen Quadratkilometern Fläche und elf Zeitzonen nämlich das größte Land der Welt, das sich über zwei Kontinente (Europa und Asien) erstreckt und über das der frühere britische Premierminister Winston Churchill einst sagte: "Russland ist ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium."

Die umfassende Filmreise beginnt mit großartigen Aufnahmen vom Baikalsee, dem ältesten, tiefsten und wasserreichsten See der Welt, der fünf Monate im Jahr zugefroren ist. Dann geht es auch schon weiter auf die Wrangelinsel zu Zeiten des Frühlings.

"Russland von oben" demonstriert die gesamte Vielfalt des Landes mit eindrucksvollen Bildern

Beeindruckende Architektur: Die Zwiebeltürme in Solowezk.
Beeindruckende Architektur: Die Zwiebeltürme in Solowezk.  © PR/© colourFIELD (Anton Elchaninov) /Filmwelt

Dort erwachen die Eisbären aus dem Winterschlaf. Die Mütter machen sich mit ihren Kindern auf die Suche nach Nahrung. Nirgendwo auf der ganzen Welt werden mehr Eisbären geboren als hier.

Von solchen interessanten Fakten gibt es den gesamten Film über viele zu hören. Glücklicherweise gewähren die Macher dem Publikum genügend Zeit, um diese zu verarbeiten sowie einzuordnen und reihen nicht eine Aussage an die nächste, sondern lassen oft auch die Kraft der Bilder sprechen.

Das zahlt sich aus, denn so erfährt man einerseits viele wissenswerte Dinge über das Land, die Kultur sowie die Menschen und kann sich andererseits auch in Ruhe an den fantastischen Aufnahmen der abwechslungsreichen Drehorte satt sehen.

Zum filmischen Genuss trägt auch der deutsche Sprecher Benjamin Völz bei. Die deutsche Synchronstammstimme von Keanu Reeves und Matthew McConaughey trägt die Textpassagen kernig, ausdrucksstark und mit dem richtigen Timing vor, weshalb er ebenfalls seinen Anteil am Gelingen dieser mitreißenden Doku hat.

Doch vor allem die geniale Kameraführung und die herrlichen Locations sind der Kern, durch den "Russland von oben" außergewöhnlich gut funktioniert. Die Macher reisen von Osten nach Westen und von Norden nach Süden, wodurch man einen Eindruck der gesamten Vielfalt des Landes bekommt.

"Russland von oben" beeindruckt mit nie zuvor gesehenen Aufnahmen

Die endlosen grünen Weiten des Kaukasus aus der Vogelperspektive.
Die endlosen grünen Weiten des Kaukasus aus der Vogelperspektive.  © PR/© colourFIELD (Peter Thompson) /Filmwelt

Deshalb kann man auch darüber hinwegsehen, dass der Film merklich unkritisch ist und sich die laut eingestellte Musik phasenweise zu sehr in den Vordergrund drängt.

Viel interessanter sind nie zuvor gesehene Aufnahmen, etwa von den Sperrgebieten der nördlichsten Großstadt der Welt: Norilsk, wo im April schon mal -22,6 Grad Celsius gemessen werden und Nickel und andere Nicht-Eisenmetalle die Umwelt gefährden.

Dazu folgt der Film immer wieder dem Verlauf der Wolga, also dem größten Strom Europas und der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn.

Dabei bekommt man wunderschöne Bilder von St. Petersburg oder der Moskauer Skyline zur Weihnachtszeit zu sehen. Doch auch unbekanntere Regionen werden gezeigt.

Etwa die heutige Industriestadt Nishni Nowgorod, deren früherer Wohlstand noch immer durchscheint. Oder Kasan, die muslimische Hauptstadt des Staates, in der Moscheen, katholische und orthodoxe Kirchen direkt nebeneinander stehen.

Das Herz geht einem aber vor allem bei den Kamerafahrten aus der Vogelperspektive über den endlosen Weiten des am dünnsten besiedelten Landes der Welt auf. Ob die Taiga, das größte Waldgebiet der Erde oder die Tundra mit ihren Seeadlern: diese visuell bemerkenswerte Doku zu schauen, macht viel Spaß. Gerade auf der großen Leinwand.

Ein Boot fährt auf dem Fluss Newa durch das "Venedig" Russlands: St. Petersburg.
Ein Boot fährt auf dem Fluss Newa durch das "Venedig" Russlands: St. Petersburg.  © PR/ © colourFIELD (Andrew Efimov) /Filmwelt
Eine Eisbärmutter auf der Wrangelinsel auf Nahrungssuche mit ihren zwei Kindern.
Eine Eisbärmutter auf der Wrangelinsel auf Nahrungssuche mit ihren zwei Kindern.  © PR/© colourFIELD (Artem Filatov) /Filmwelt

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