Hambacher Wald: RWE will mehr als die Hälfte der Bäume fällen

Köln/Kerpen - Bei den nächsten Rodungen im Hambacher Wald soll wegen des Braunkohle-Tagebaus mehr als die Hälfte der Bäume gefällt werden. Über 100 von den restlichen rund 200 Hektar würden dann gerodet, teilte RWE Power am Montag in Köln mit.

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Den Rodungen fällt auch das 80 Hektar große Gebiet, das wegen des vorübergehenden Rodungs-Stopps in der vergangenen Saison nicht abgeholzt wurde, zum Opfer.

Die Rodungen sollen am 1. Oktober beginnen und bis Ende März andauern.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat Klage gegen den unlängst zugelassenen Hauptbetriebsplan bis 2020 eingereicht, der auch die umstrittenen Rodungen genehmigt (TAG24 berichtete).

Zentraler Streitpunkt ist, ob der Rest des Hambacher Waldes bei Kerpen mit den Wochenstuben der Bechsteinfledermaus als Teil des ökologischen EU-Schutzgebietssystems "Natura 2000" gemeldet werden müsste.

Als der Wald noch 3000 Hektar groß und intakt war, hätte sich das aufgedrängt, sagte der RWE-Gutachter Ulrich Mierwald. Aber jetzt gebe es Gebiete, die geeigneter dafür wären, als der Hambacher Wald.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz verweist auf eine Vorschrift in Nordrhein-Westfalen, wonach je Lebensraum einer Art mindestens die fünf besten Gebiete zu melden seien.

Für die Bechsteinfledermaus sei bisher nur der Nörvenicher Wald gemeldet worden, obwohl es im Hambacher Wald das größere Vorkommen der streng geschützten Feldermaus-Art gebe.

Titelfoto: DPA


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