HVV: Erste automatische S-Bahn soll ab 2021 in Hamburg fahren

Hamburg - Die Hamburger S-Bahn geht mit großen Plänen für den Ausbau ihrer Infrastruktur und der Digitalisierung von Strecken und Bahnen ins neue Jahrzehnt.

Eine S-Bahn fährt in die neue Station Elbbrücken ein. (Archivbild)
Eine S-Bahn fährt in die neue Station Elbbrücken ein. (Archivbild)  © Christian Charisius/dpa

"Wir erwarten bei den Fahrgästen einen Zuwachs von rund 50 Prozent", sagte S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke am Mittwoch in Hamburg.

Gegenwärtig nutzen im Durchschnitt 700.000 Menschen täglich die Hamburger S-Bahn, mit dem erwarteten Wachstum wären es mehr als eine Million.

Um damit Schritt zu halten, plant die S-Bahn moderne Stellwerke und Signaltechnik, zwei neue Linien, mehr und längere Bahnen und dichtere Taktzeiten.

Kerninnovation soll die Digitalisierung des S-Bahn-Betriebs in Hamburg werden.

Zum internationalen Verkehrskongress ITS sollen im Herbst des kommenden Jahres die ersten vier digitalisierten S-Bahnen auf der 23 Kilometer langen Strecke der Linie S21 zwischen den Haltestellen Berliner Tor und Aumühle rollen.

Der Zugführer bleibt dabei erhalten, überwacht aber vorwiegend den Betrieb. Für das Pilotprojekt ist ein Budget von rund 60 Millionen Euro vorgesehen, das sich die Bahn, die Stadt Hamburg und Siemens zu jeweils einem Drittel teilen.

S-Bahn hat mit vielen Problemen zu kämpfen

Auf der Teststrecke soll der Zugführer vorerst erhalten bleiben, aber nur noch den Betrieb der S-Bahn überwachen. (Archivbild)
Auf der Teststrecke soll der Zugführer vorerst erhalten bleiben, aber nur noch den Betrieb der S-Bahn überwachen. (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

"2019 war für die S-Bahn ein schwieriges Jahr", sagte Arnecke. Durch Störungen und Engpässe in der Infrastruktur, technische Probleme mit neuen Zügen und Personen auf den Gleisen kam es zu Zugausfällen und Verspätungen.

Die S-Bahn erreichte nicht die vertraglich vorgegebene pünktliche Verfügbarkeit von 94 Prozent und wird damit vermutlich einen Malus zu leisten haben, also weniger Geld von der Stadt für die Bereitstellung ihrer Verkehrsleistung erhalten.

Das ist aber von weiteren Faktoren abhängig, sodass die Höhe des Betrags noch unklar ist. "Wir wollen unser altes Qualitätsniveau wieder erreichen", sagte Arnecke.

"Die Planungen für einen möglichen Einsatz im Gesamtnetz Hamburg gehen in die nächste Runde", sagte Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos). Um das Projekt zu stärken, habe Hamburg zusätzlich 1,5 Millionen Euro bereitgestellt.

Bis Mitte des Jahres sollen die Grundlagen für ein neues Fahrplan- und Linienkonzept und eine technische Machbarkeitsuntersuchung fertiggestellt werden.

Dann werde auch ermittelt, wie hoch der Investitionsbedarf der Hamburger S-Bahn für den Weg in die Digitalisierung sein wird.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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