S-Bahn-Chaos in München erhitzt die Gemüter: Kriegen Fahrgäste ihr Geld zurück?

München - Das S-Bahn-Chaos in München sorgt auch einen Tag später noch für Unmut. Nach den massiven Einschränkungen des S-Bahn-Verkehrs auf der Stammstrecke am Donnerstag fordert der Fahrgastverband Pro Bahn die Deutsche Bahn dazu auf, die Fahrpreise zu erstatten.

Leere Gleise am Ostbahnhof. Wegen einer technischen Störung ist im Zentrum Münchens der S-Bahn-Verkehr weitgehend zum Erliegen gekommen.
Leere Gleise am Ostbahnhof. Wegen einer technischen Störung ist im Zentrum Münchens der S-Bahn-Verkehr weitgehend zum Erliegen gekommen.  © Marco Krefting/dpa

"Es ist absurd, dass die Deutsche Bahn auch bei so blamablen Pannen wie gestern den vollen Fahrpreis von ihren Kunden bekommt", sagte Andreas Barth, Münchner Sprecher des Verbandes, am Freitag in einer Mitteilung.

Außerdem forderte Pro Bahn Ehrlichkeit bei der Pünktlichkeitsstatistik und den sofortigen Bau eines Regionalzughaltes am Bahnhof Poccistraße. Dieser könne die S-Bahn entlasten und die Verbindung zu den U-Bahnlinien drei und sechs aufrechterhalten.

Am Donnerstagvormittag hatte eine technische Störung an einem Stellwerk am Ostbahnhof den S-Bahn-Verkehr auf der Stammstrecke und im Münchner Osten nahezu lahmgelegt.

Bei Anschlussarbeiten an dem Stellwerk habe es durch einen Schaltfehler eines Technikers einer Fremdfirma einen Kurzschluss gegeben, sagte der Bahn-Sprecher.

Es kam zu Ausfällen und Verspätungen bei der S-Bahn, Züge endeten vorzeitig oder wurden umgeleitet. Bis sich der Verkehr wieder normalisierte, vergingen mehrere Stunden.

Das Stellwerk am Ostbahnhof ist uralt

Immer wieder gibt es Probleme auf der Stammstrecke. Die Fahrgäste sind gefrustet. (Symbolbild)
Immer wieder gibt es Probleme auf der Stammstrecke. Die Fahrgäste sind gefrustet. (Symbolbild)  © Marco Krefting/dpa

Am Abend kam es dann erneut zu einer Störung, die den Betrieb für mehrere Stunden beeinträchtigte. Die Bahn vermutet die Ursache hinter der vorangegangenen Störung.

Am Freitagmorgen fuhren die Bahnen dem Sprecher zufolge wieder ohne größere Einschränkungen.

Das fast 50 Jahre alte Stellwerk am Ostbahnhof sorgt immer wieder für Probleme. Es handelt sich dem Sprecher zufolge um einen mit mehr als 2000 Zügen täglich frequentierten Verkehrsknotenpunkt.

"Störungen wirken sich daher besonders schnell und gravierend aus." Aktuell plant die Deutsche Bahn ein neues elektrisches Stellwerk, das das jetzige ersetzten soll. Es soll 2023 in Betrieb gehen.

Die Stammstrecke verläuft weitgehend unterirdisch durch die Münchner Innenstadt. Täglich fahren rund 1000 Züge auf der Route.

Laut Bahn gibt es nirgendwo in Europa mehr Verkehr auf zwei Gleisen. Rund 840.000 Menschen nutzen die S-Bahn pro Werktag.

Titelfoto: Marco Krefting/dpa

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