Mega-Investition: Neubau der S4 kann bald beginnen

Hamburg - Der Neubau der S-Bahn-Linie S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe ist finanziell gesichert.

Die Haltestelle in Rahlstedt soll ihr Aussehen verändern. (Visualisierung)
Die Haltestelle in Rahlstedt soll ihr Aussehen verändern. (Visualisierung)  © DB Netz AG

Nach dem Durchbruch im Milliarden-Poker haben am Freitag Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz das Finanzierungsabkommen unterzeichnet.

Dabei geht es um die Aufteilung der Gesamtkosten von rund 1,85 Milliarden Euro.

Davon übernimmt der Bund mit 1,557 Milliarden Euro den Großteil der Kosten.

Die Stadt Hamburg zahlt 203 Millionen Euro und Schleswig-Holstein übernimmt 87 Millionen Euro; die Deutsche Bahn beteiligt sich mit 20 Millionen Euro an dem Projekt.

Das Vorhaben hat bereits eine Kostenexplosion hinter sich. Im 2011 rechneten die Verkehrsminister von Hamburg und Schleswig-Holstein mit Ausgaben in Höhe von 350 Millionen Euro.

Regelmäßig folgten Steigerungen der Summe. In den nun veranschlagten 1,85 Milliarden Euro ist ein Risikopuffer für steigende Baukosten eingeplant.

Das ist der Plan für die neue S4

Auf der neuen Linie S4 will die Bahn moderne Züge einsetzen. (Archivbild)
Auf der neuen Linie S4 will die Bahn moderne Züge einsetzen. (Archivbild)

Der Baustart für den ersten Abschnitt der S4 könnte nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens bereits 2020 erfolgen.

Neben der bestehenden Nah- und Fernverkehrsstrecke zwischen Hamburg und Lübeck werden zwischen Hasselbrook und Ahrensburg auf 17 Kilometern zwei zusätzliche Gleise verlegt, die nur von den Zügen der S-Bahn benutzt werden sollen.

Von Ahrensburg bis kurz hinter Ahrensburg-Gartenholz soll ein eingleisiger Neubau erfolgen.

Dadurch soll im Vergleich zu den bisher fahrenden Regionalbahnen ein dichterer und zuverlässigerer Takt möglich werden.

Auch etliche Bahnübergänge werden beseitigt oder umgebaut.

Außerdem sollen fünf neue Haltestellen entstehen: Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg, Am Pulverhof und Ahrensburg-West. Dafür fällt der bisherige Halt in Wandsbek weg.

Ab 2025 soll die Teilstrecke von Hasselbrook bis Rahlstedt eröffnet werden, frühestens 2027/2028 soll die gesamte Strecke in Betrieb genommen werden. Dann rechnet die Bahn mit täglich 100.000 Fahrgästen in der neuen S-Bahn.

Bis Ahrensburg ist ein 10-Minuten-Takt, bis Bargteheide ein 20-Minuten-Takt und bis Bad Oldesloe ein 60-Minuten-Takt geplant.

Doch gegen die Pläne regt sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative will den Ausbau stoppen. Sie befürchtet, eine Zunahme des Güterverkehrs durch Wohngebiete und dadurch höhere Lärmbelästigung.

Titelfoto: DB Netz AG

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