Orkantief "Sabine" fegt über Deutschland: Millionenschaden für Versicherer

Deutschland - Die erste Nacht mit "Sabine" ist überstanden. Das Orkantief sorgte deutschlandweit für jede Menge Chaos.

Orkantief Sabine: Da hilft auch kein Schirm mehr. (Bildmontage)
Orkantief Sabine: Da hilft auch kein Schirm mehr. (Bildmontage)  © 123F/emprize & 123RF/Robert Hoetink

In Teilen der Bundesrepublik bereitete man sich bereits auf das Sturmtief vor. So wurde beispielsweise die Bundesliga-Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln, die eigentlich um 15.30 Uhr hätte angepfiffen werden sollen, vorsichtshalber abgesagt.

Auch die Deutsche Bahn war vorbereitet. Reisende, die bereits eine Fahrkarte für den Zeitraum von Sonntag bis Dienstag hatten, konnten diese kostenfrei stornieren. Am Abend fuhr dann kein Zug mehr.

Ebenfalls wurden bereits am Sonntag Fährfahrten auf der Ostsee eingestellt. Betroffen waren die Verbindung zwischen Rostock und dem dänischen Gedser.

Der Deutsche Wetterdienst bezeichnet Sabine als einen Winterorkan, wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt.

TAG24 berichtet hier im Ticker.

Update, 12. Februar, 21.34 Uhr: Luchs während Orkan "Sabine" getötet

Während des Orkans "Sabine" ist ein Luchs in einem Gehege im Harz von umstürzenden Bäumen erschlagen worden. Drei weitere Tiere seien in den Bergwald geflohen, berichtete am Dienstag die "Goslarsche Zeitung". In dem Luchsgehege an den Rabenklippen in Bad Harzburg seien im Sturm zwei Buchen umgekippt und hätten den Zaun zerstört, sagte Luchsprojektleiter Ole Anders den Angaben nach.

Erst im abflauenden Wind am Dienstag habe man das Gelände durchsuchen können. Dabei wurde der Kater Tamino tot gefunden, wie Anders der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Umgestürzte Bäume sorgen auch nach dem Sturmtief "Sabine" im Harz für Verkehrseinschränkungen auf den Straßen.
Umgestürzte Bäume sorgen auch nach dem Sturmtief "Sabine" im Harz für Verkehrseinschränkungen auf den Straßen.  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 12. Februar, 19.36 Uhr: "Sabine" zieht weiter, Wetter bleibt ungemütlich

Nach dem stürmischen Wochenstart mit Orkantief "Sabine" bleibt das Wetter in Deutschland auch in den kommenden Tagen meist wechselhaft und ungemütlich. Besonders in Küstenregionen an Nord- und Ostsee rechneten Meteorologen zur Wochenmitte hin mit schauerartigen und teils gewittrigen Niederschlägen, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Dienstag mitteilte. In den übrigen Regionen sollte es am Mittwoch zunächst verbreitet Schauer geben, teils auch Schneefälle mit Glättebildung. Schwere Stürme wurden an der See sowie in höheren Lagen erwartet.

Update, 12. Februar, 18.07 Uhr: Frau stirbt in Niedersachsen, erste Tote durch "Sabine"?

Sturm-Unglück in Niedersachsen. In Nienburg wurde eine 82-Jährige Frau mit Einkaufstrolley auf die Straße geweht. Sie wurde von einem Auto erfasst und erlag ihren Verletzungen später im Krankenhaus. Mehr Infos >>> hier.

Update, 11. Februar, 17.22 Uhr: Orkantief "Sabine" treibt Känguru zum Ausbruch

Orkantief "Sabine" hat in Baden-Württemberg ein Känguru zum Ausbruch getrieben. Nach Angaben des örtlichen Tierschutzvereins floh das Beuteltier in der Nacht zum Montag aus einem Gehege in einem privaten Garten in Horb am Neckar. Dort lebte es mit drei Artgenossen. Die Zäune des Geheges wurden durch das Wetterphänomen auseinander gerissen. Wer das entlaufene Känguru sieht, solle deshalb keinesfalls versuchen, es einzufangen, sondern den Tierschutzverein benachrichtigen.

Update, 11. Februar, 15.17 Uhr: Versicherte Schäden in Deutschland belaufen sich auf gut 500 bis 700 Millionen Euro

Die Versicherungsbranche dürfte bei den Zerstörungen durch Sturmtief "Sabine" vergleichsweise glimpflich davongekommen sein. Die versicherten Schäden belaufen sich in Deutschland wohl auf 500 bis 700 Millionen Euro, wie der Versicherungsmakler Aon am Dienstag in Hamburg mitteilte

Update, 11. Februar, 15.15 Uhr: Sturmschäden in Sachsen geringer als erwartet

Der Orkan "Sabine" hat zumindest in den sächsischen Wäldern weniger Schäden als befürchtet angerichtet. Es sei von einer Schadholzmenge im höheren fünfstelligen Kubikmeter-Bereich auszugehen, teilte das Agrarministerium am Dienstag nach ersten Schätzungen in Dresden mit. Damit dürfte sie deutlich unter den Mengen liegen, die durch die Sturmtiefs "Herwart" im Jahr 2017 mit 700 000 Kubikmetern, "Friederike" 2018 (1,1 Millionen Kubikmeter) und "Eberhardt" im Jahr 2019 (500.000 Kubikmeter) verursacht wurden.

Ein abgebrochener Ast liegt neben einem Baum.
Ein abgebrochener Ast liegt neben einem Baum.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 11. Februar 14.06 Uhr: Aufräumarbeiten in Rheinland-Pfalz und im Saarland gehen weiter

Nach Durchzug des Sturms laufen die Aufräumarbeiten in Rheinland-Pfalz und im Saarland weiter. Größere Auswirkungen gebe es aber nicht mehr, teilten mehrere Polizeidienststellen am Dienstag mit. Im Zugverkehr fielen am Dienstagmorgen mehrere Verbindungen aus und es kam zu Verspätungen. Ein Großteil der Schäden wurden durch umgestürzte Bäume angerichtet.

Umgestürzte Bäume versperren den Durchgang in einem Wald.
Umgestürzte Bäume versperren den Durchgang in einem Wald.  © Tobias Hase/dpa

Update, 11. Februar, 14.05 Uhr: Sturm-Blackout in Südtirol

Wegen eines Sturmschadens an den Leitungen sind weite Teile Südtirols am Dienstag ohne Strom gewesen. Der Auslöser für zwei kurze Blackouts ab etwa elf Uhr waren herumfliegende Äste oder Bäume, die eine der Haupttrassen für den Versorger Edyna beschädigten, wie Generaldirektor Luis Amort in Bozen der Deutschen Presse-Agentursagte. In der norditalienischen Provinz leben rund 530 000 Menschen. Südtirol mit der Landeshauptstadt Bozen ist eine auch bei Deutschen beliebte Urlaubsregion. Der Sturm "Ciara", der in Deutschland "Sabine" heißt, hatte am Dienstag auch die italienischen Alpenregionen erreicht.

Update, 11. Februar, 12.10 Uhr: Vorbereitungen für umgekippten Kran in Frankfurt laufen

Nach dem Sturz eines Krans auf das Dach des Frankfurter Doms während des Wintersturms "Sabine" haben die Vorbereitungen für die Bergung des havarierten Krans begonnen. Alle Infos findet Ihr >>>hier.

© Bild-Montage: dpa/Boris Rössler

Update, 11. Februar, 7.45 Uhr: Sturmflut-Gefahr weiter hoch

Im Norden Deutschlands herrscht weiter eine erhöhte Sturmflut-Gefahr. Welche Bereiche besonders gefährdet sind und wann Besserung in Sicht ist, erfahrt Ihr >>>hier.

Spaziergänger sind an der aufgepeitschten Ostsee in Rerik unterwegs.
Spaziergänger sind an der aufgepeitschten Ostsee in Rerik unterwegs.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. Februar, 21.30 Uhr: Sturmfluten halten den Norden in Atem

Geschlossene Fluttore an den Küsten und in Hamburg, überflutete Anleger und "Land unter" auf den Halligen - nach dem Unwetter ist es am Montag im Norden zu Sturmfluten gekommen. An der nordfriesischen Küste war es bereits die dritte in diesem Winter. Unter anderem standen die Fähranleger in Dagebüll und Wyk auf Föhr unter Wasser.

Gischt spritzt auf die Mole des Fähranlegers in Dagebüll.
Gischt spritzt auf die Mole des Fähranlegers in Dagebüll.  © Bodo Marks/dpa

Update, 10. Februar, 20.20 Uhr: Sachsen von "Sabine" weitgehend verschont

Sturmtief "Sabine" hat Sachsen weitgehend verschont. "Uns sind keine größeren Schäden bekannt", sagte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium in Dresden am Montag. Am Abend herrscht in Städten wie Dresden Regenwetter.

Ein Radler fährt bei Regenwetter durch die Dresdner Altstadt.
Ein Radler fährt bei Regenwetter durch die Dresdner Altstadt.  © Jens Büttner / DPA

Update, 10. Februar, 19.49 Uhr: Maschinen heben am Flughafen München wieder ab

Nach dem Abfertigungsstopp am Flughafen München wegen des Orkantiefs "Sabine" heben seit dem frühen Montagabend wieder Maschinen ab. Rund 800 von 1050 Flügen wurden bis dahin annulliert, wie ein Sprecher sagte. Weil der Wind zu stark war, wurden seit 7.45 Uhr am Morgen keine Flugzeuge mehr be- oder entladen.

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