Orkan "Sabine": Fähren, Züge und Flüge gestrichen, Warnung vor Sturmfluten

Hamburg - Norddeutschland wappnet sich vor Orkan "Sabine".

Wellen der aufgepeitschten Nordsee schlagen gegen einen Deich. Zwei Spaziergänger stört das nicht. (Archivbild)
Wellen der aufgepeitschten Nordsee schlagen gegen einen Deich. Zwei Spaziergänger stört das nicht. (Archivbild)  © Carsten Rehder/dpa

Zuerst werden die Menschen an der Nordsee erste Ausläufer des Sturmtiefs am Sonntagvormittag zu spüren bekommen.

Im Laufe des Tages breitet sich "Sabine" dann voraussichtlich mit schweren Sturmböen und einzelnen Orkanböen auf den gesamten Norden und die Mitte Deutschlands aus, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Die Böen können Spitzenwerte von 120 Kilometer pro Stunde erreichen.

Es gelten entsprechende Unwetterwarnungen für Norddeutschland sowie die Nordsee und Ostsee.

Der Höhepunkt des Sturms dürfte im Laufe der Nacht zu Montag erreicht werden. Dann soll eine Kaltfront über den Norden ziehen.

Doch Sturm "Sabine" bleibt voraussichtlich lange. Erst am Dienstagabend soll der Wind merklich abflauen.

Die aktuelle Lage in der Übersicht.

Update, 21.50 Uhr: Kran droht zu kippen - 120 Menschen evakuiert

In Pinneberg droht wegen "Sabine" ein 33 Meter hoher Kran umzukippen. Die Feuerwehr hat daher mehrere Gebäude in der Umgebung evakuiert. Die 120 betroffenen Menschen seien - mit Ausnahme einer vierköpfigen Familie - bei Verwandten und Bekannten untergekommen, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg am Abend mit.

Alle anderen Optionen wie etwa der Abbau des Krans seien wegen des Wetters nicht infrage gekommen, sagte Gemeindewehrführer Claus Köster. Das Gebiet sei abgesperrt worden.

Der Kran soll laut Mitteilung der Feuerwehr nur bei Windgeschwindigkeiten von bis etwa 120 Stundenkilometern stabil sein. Es wurden aber höhere Windgeschwindigkeiten in der Nacht erwartet.

Sollte der Kran umkippen, könne er keinen Personenschaden anrichten, begründete Köster die Evakuierung.

Update, 21.25 Uhr: Autozug bleibt stehen

Der "Blaue Autozug Sylt" wird am Montagmorgen nicht fahren. Die Fahrten um 4.30 Uhr ab Niebüll und um 6 Uhr ab Westerland entfallen aus Sicherheitsgründen, wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte.

Wann der fahrplanmäßige Betrieb wieder aufgenommen werden kann, werde am Montagmorgen entschieden.

Update, 20.55 Uhr: Baum bringt Haus zum Einsturz

Im Hamburger Stadtteil Blankenese ist am Sonntagabend eine Kastanie auf ein Wohnhaus gestürzt.

Laut der Feuerwehr Hamburg seien das Dach sowie zwei Wände eingestürzt.

Eine Kastanie stürzte auf das Haus im Stadtteil Blankenese. Die Feuerwehr ist vor Ort im Einsatz.
Eine Kastanie stürzte auf das Haus im Stadtteil Blankenese. Die Feuerwehr ist vor Ort im Einsatz.  © Blaulicht-News.de

Update, 20.30 Uhr: Flughafen kündigt Flugausfälle an

Der Hamburger Flughafen hat am Sonntagabend einen Plan veröffentlicht, laut dem auch am Montag zahlreiche Flüge aufgrund des Sturmtiefs "Sabine" ausfallen werden.

Mehr als 40 Ankünfte und Abflüge seien davon betroffen. Auf der Homepage kündigte der Flughafen an, dass weitere Streichungen und Verspätungen hinzukommen könnten.

Reisende sollen sich vorab über den Status ihres Fluges informieren und den Kontakt zur entsprechenden Fluglinie suchen.

Update, 20.20 Uhr: U-Bahn-Linien zum Teil wieder frei

Wie die Hochbahn via Twitter mitteilte, herrscht auf den Linien U2 und U4 wieder Normalbetrieb.

Die Linie U1 ist hingegen erneut unterbrochen. Zwischen Ohlstedt und Hoisbüttel sorgt ein umgestürzter Baum für Behinderungen.

Update, 20.15 Uhr: Sturmflut-Warnung an der Nordsee

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat gegen 19.43 Uhr eine amtliche Sturmflut-Warnung ausgesprochen.

Am Montagnachmittag wird das Hochwasser an der Nordseeküste und in Emden eineinhalb bis zwei Meter als das mittlere Hochwasser erwartet, am Abend in Bremen und Hamburg.

Update, 20.10 Uhr: Metronom stellt Verkehr ein

Das Regionalbahnunternehmen Metronom hat angekündigt, den Zugverkehr wegen des Sturmtiefs "Sabrina" am Sonntagabend komplett einzustellen. Alle Züge, die gegen 19 Uhr unterwegs waren, sollten nach Unternehmensangaben noch bis an ihr Ziel fahren.

Es habe bereits erste Schäden auf den Strecken des Metronom gegeben, die "ein großes Risiko" darstellten. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen könne aufgrund der Wetterlage nicht eingerichtet werden, teilte Metronom mit.

Das Unternehmen bedient die Strecken Uelzen-Celle-Hannover-Göttingen, Hamburg-Lüneburg-Uelzen und Hamburg-Rotenburg-Bremen.

Update, 19.25 Uhr: Gestrandeter IC beendet seine Fahrt

Der im Emsland gestrandete Intercity hat seine Fahrt fortsetzen können. Nach einer zweistündigen Pause auf offener Strecke fuhr der Zug bis Rheine, wo die Fahrt aufgrund des zunehmenden Sturmes endete.

Die Bahn kümmere sich nach eigenen Angaben darum, dass die Reisenden ein Quartier für die Nacht bekommen oder ihr Ziel noch mit einem Regionalzug erreichen können.

Unterdessen teilte das Unternehmen mit, dass außer dem Fernverkehr auch der Regionalverkehr in NRW eingestellt werde.

Update, 18.25 Uhr: Weitere U-Bahn-Linie von umgestürzten Baum betroffen

Neben der Linie U1 sind nun auch die Linien U2 und U4 von einem umgestürzten Baum betroffen. Zwischen der Horner Rennbahn und Berliner Tor wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen eingerichtet, wie die Hochbahn twitterte.

Die Feuerwehr versucht die Bahngleise von einem Ast zu befreien.
Die Feuerwehr versucht die Bahngleise von einem Ast zu befreien.  © Blaulicht-News.de

Update, 18.15: "Sabine" sorgt für Stromausfall

Orkantief "Sabine" hat am Sonntag in Schleswig-Holstein in einigen Haushalten zeitweise für einen Stromausfall gesorgt.

Bei Tangstedt im Kreis Storman blies der Sturm einen Ast in eine Maststation, wie die Schleswig-Holstein Netz AG auf Twitter mitteilte.

Nach rund einer Stunde seien die Kunden wieder mit Strom versorgt gewesen. Auch das Umspannwerk Stolpe im Kreis Plön wurde demnach beschädigt.

Update, 17.30 Uhr: Zugausfälle in Mecklenburg-Vorpommern

Pendler müssen in Mecklenburg-Vorpommern am Montag starke Nerven haben. Wie die Bahn bereits am Sonntag erklärte, sei mit einigen Zugausfällen zu rechnen.

Vor allem auf den Strecken R4 Stettin-Neubrandenburg-Lübeck, R11 Wismar-Rostock-Tessin und R12 Rostock-Graal Müritz fallen die ersten Züge ab Betriebsbeginn ersatzlos aus. Die Deutsche Bahn rechne nach eigenen Angaben mit umgestürzten Bäumen auf den Gleisen.

Am Sonntag wurde bereits die Strecke zwischen Hamburg und Rostock kurzzeitig gesperrt.

Titelfoto: Montage: Bodo Marks/dpa, Screenshot/dwd.de

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