Zu wenig Kandidaten: AfD von eigenem Wahlerfolg überrollt

Dresden - In Sachsen schrumpfen die Gemeinderäte. Denn die AfD wird offenbar vom eigenen Wahlerfolg im Freistaat regelrecht überrollt.

Sachsens AfD-Chef Jörg Urban (54).
Sachsens AfD-Chef Jörg Urban (54).  © Thomas Türpe

In zahlreichen Städten und Dörfern bleiben nun die Stühle der Entscheider leer, weil die Partei viel zu wenig Kandidaten ins Rennen geschickt hat.

So wie etwa in Aue: Dort stellte die AfD zwei Kandidaten auf, gewann aber drei Mandate. Der Stadtrat schrumpft nun um einen Sitz. Ähnliches passierte in vielen anderen Orten, etwa in Reichenbach (Vogtland) oder in Hohnstein (Sächsische Schweiz), wo es jeweils nur einen Anwärter gab, aber gleich vier Mandate gewonnen wurden.

In Hochkirch (bei Bautzen) sitzen künftig drei AfD-Männer im Gemeinderat, zwei Stühle bleiben leer, in Olbernhau (Erzgebirge) wird ein AfD-Mann Lokalpolitiker, zwei weitere hätten den Einzug eigentlich geschafft. Ähnliche Meldungen gibt es aus Oppach, Heidenau, Müglitztal, Berggießhübel ...

"Für uns ist es mehr als anstrengend gewesen, Menschen zu motivieren, weil sofort der öffentliche Druck aufgebaut wird auf die Person. Die werden im Beruf benachteiligt, werden diffamiert, zum Teil werden die Gebäude angegriffen", schimpft AfD-Landes-Chef Jörg Urban (54). Er wollte nicht beziffern, wie viele Kandidatenplätze nun unbesetzt bleiben.

Dass sie leer bleiben, steht aber so im Kommunalwahlgesetz. Und falls durch Umzüge oder andere Umstände später noch Rücktritte anstehen, könnte die AfD trotz gutem Wahlergebnis mit noch weniger oder gar keinem Vertreter mehr dastehen.

Andere Parteien verfügen da üblicherweise über Nachrücker.

Auch in Hohnstein kann die AfD nicht alle Plätze besetzen, die sie eigentlich gewonnen hat.
Auch in Hohnstein kann die AfD nicht alle Plätze besetzen, die sie eigentlich gewonnen hat.  © Marko Förster

Mehr zum Thema AfD:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0