Nachfrage nach legalem Cannabis in Sachsen-Anhalt steigt weiter

Sachsen-Anhalt - Krankenkassen in Sachsen-Anhalt verzeichnen eine stetige Nachfrage nach Cannabis als Medizin.

Im ersten Halbjahr 2018 gingen bei den Krankenkassen in Sachsen-Anhalt bereits rund 300 Anträge auf Behandlung mit Cannabis ein.
Im ersten Halbjahr 2018 gingen bei den Krankenkassen in Sachsen-Anhalt bereits rund 300 Anträge auf Behandlung mit Cannabis ein.  © DPA

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) prüfte in diesem Jahr bereits rund 300 Anträge, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Bei der AOK gingen 121 Anträge ein, bei der Barmer waren es 69.

Die Nachfrage entspreche damit in etwa der des Vorjahres, hieß es von den Kassen. Von Juni bis Dezember 2017 erstellte der MDK im Auftrag der Kassen in Sachsen-Anhalt 337 Gutachten.

"Medizinisches Cannabis ist aus der Versorgung schwer kranker Menschen heute nicht mehr wegzudenken", sagte Barmer-Sprecher Christopher Kissmann. Das gelte vor allem in der Schmerztherapie. "Es ist aber kein Allheilmittel", warnte er. Die Anwendung bleibe immer eine Entscheidung des behandelnden Arztes. Für jeden Patienten müssten Nutzen und Risiken abgewogen und mögliche Alternativen bedacht werden.

Gesetzlich Krankenversicherte haben seit März 2017 Anspruch darauf, dass ihre Kasse unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für Medikamente auf Cannabis-Basis übernimmt. Damit soll der Schmerz schwer kranker Menschen besser gelindert werden. Zuvor mussten die Patienten eine Erlaubnis beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte einholen.


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