Klassenzimmer sollen voll digitalisiert werden

13,3 Millionen Euro können nun in digitale Klassenzimmer fließen.
13,3 Millionen Euro können nun in digitale Klassenzimmer fließen.  © DPA

Magdeburg - Auf das milliardenschwere Bundesprogramm müssen die Schulen weiter warten, doch das Land legt sich mit eigenen Mitteln für das digitale Klassenzimmer ins Zeug.

Das kleinere Landesprogramm wird aus Sicht von Bildungsminister Marco Tullner schon gut angenommen. Seit dem Start im Frühjahr wurden zwölf Projekte unterstützt, wie der CDU-Politiker sagte. Insgesamt seien 1,8 Millionen Euro investiert worden. Davon kamen 1,4 Millionen Euro aus dem Fördertopf des Landes, den Rest zahlten die Träger.

Das Land will die Kommunen bei der Anschaffung von Tablets, neuen Computern oder auch elektronischen Tafeln unterstützen. Damit sollen den Schulen die Anschaffung der oft kostspieligen Technik erleichtert und die neuen Möglichkeiten dank digitaler Lernkonzepte besser ausgeschöpft werden.

Die Kommunen müssen sich mit konkreten Ideen bewerben, wie sich die neue Technik im Unterricht gewinnbringend einsetzen lässt. Die Konzepte werden dann mit Punkten bewertet und für die höchsten Werte fließt Geld, wie das Bildungsministerium mitteilte. In den kommenden sieben Jahren sind 13,3 Millionen Euro im Topf.

Zu den ersten Nutznießern gehört den Angaben zufolge etwa die Stadt Wolmirstedt in der Börde. Sie kaufte mit Hilfe des Landes für zwei Grundschulen Klassensätze mit mobilen Geräten sowie Laptop-Wagen, interaktive Tafeln und neue Computer-Arbeitsplätze. Zudem soll ein WLAN-Netz aufgebaut werden. Dafür gab es fast 82.000 Euro Förderung, zusätzliche 27.000 Euro übernahm die Stadt selbst.

Für die nächste Förderrunde lägen bereits mehr als 100 Konzepte vor, berichtete Tullner. Dies zeige, dass der Bedarf für neue Technik da sei. "Für uns ist das besonders wichtig, weil das ja ein Testlauf ist für das Bundesprogramm ist."

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hatte weit vor der Bundestagswahl angekündigt, über fünf Jahre hinweg insgesamt fünf Milliarden Euro für neue digitale Technik an den 40.000 deutschen Schulen investieren zu wollen. Die dafür nötige Vereinbarung zwischen Bund und Ländern sei faktisch fertig verhandelt und müsse nur noch unterschrieben werden, sagte Tullner.

Er gehe davon aus, dass die künftige Bundesregierung den Pakt als eine der ersten Amtshandlungen umsetzen werde. "Die Zeit drängt ja auch, es ist eher nicht mehr fünf vor zwölf, sondern Schlag zwölf", sagte der Minister. "Dass es in Berlin vorangehen muss, ist klar." Dank der Erfahrungen, die Sachsen-Anhalt durch das Landesprogramm sammele, sei er zuversichtlich, dass nach dem Start des Digitalpaktes auch die zusätzlichen Bundesmittel schnell in konkrete Projekte münden.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0