Immer mehr Familien können von ihren Jobs nicht Leben

Halle (Saale) - In Sachsen-Anhalt leben weniger Familien, sie sind aber überdurchschnittlich oft auf Grundsicherung angewiesen.

Familien mit Kindern sind deutlich häufiger von Grundsicherung abhängig - oft trotz Job.
Familien mit Kindern sind deutlich häufiger von Grundsicherung abhängig - oft trotz Job.  © DPA

Das geht aus Daten hervor, die das Statistische Landesamt und die Landesarbeitsagentur am Montag anlässlich des Internationalen Tages der Familie am Dienstag (15.5.) veröffentlichten.

Danach lebten zuletzt knapp 278.900 Familien mit mindestens einem Kind in Sachsen-Anhalt, wie die Landesstatistiker unter Berufung auf den Mikrozensus von 2016 mitteilten. Das seien zehn Prozent weniger als fünf Jahre zuvor.

Knapp die Hälfte der Familien waren verheiratete Paare, gut fünf Prozent weniger als noch 2011. In fast jeder dritten Familie kümmerte sich ein alleinerziehender Elternteil um den Nachwuchs, meistens die Mütter. Zwei von drei Alleinerziehenden gingen der Statistik zufolge arbeiten.

Trotzdem sind gerade alleinerziehende Eltern überdurchschnittlich oft auf zusätzliche Unterstützung vom Staat angewiesen, wie die Landesarbeitsagentur mitteilte.

Besonders groß ist das Problem für Alleinerziehende. Sachsen-Anhalt macht da keine Ausnahme.
Besonders groß ist das Problem für Alleinerziehende. Sachsen-Anhalt macht da keine Ausnahme.  © DPA

40 Prozent von ihnen, beziehungsweise gut 23.000, bezogen Grundsicherung. Das waren 7,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl aller Bedarfsgemeinschaften sei zeitgleich um 6,6 Prozent zurückgegangen.

So hoch ist der Anteil von Hartz-IV-Empfängern in keinem anderen Bereich, auch wenn mit der Zahl der Kinder das Hartz-IV-Risiko steige. Jedes zehnte Paar mit Kindern bezieht den Angaben zufolge Grundsicherung, bei Paaren ohne Kindern sei es nur jedes zwanzigste.

Vom stabilen Arbeitsmarkt profitierten sowohl Alleinerziehende als auch kinderreiche Familien, sagte Landesarbeitsagentur-Chef Kay Senius laut Mitteilung. Allerdings arbeiteten viele von ihnen bereits, könnten jedoch trotz Job ihre Familie nicht ernähren.

Für arbeitslose Eltern könne die Schaffung von Arbeitsplätzen im sozialen Arbeitsmarkt ein besonderer Gewinn sein, hieß es. Denn dann werde die Hilfebedürftigkeit für die Kinder im Haushalt nicht zur andauernden Realität.

Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sich Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Armut vererbe, warnte Senius.


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