Sachsen-Anhalt und Sachsen schieben gemeinsam ab

Zurück nach Serbien: Polizisten holen in Leipzig die Asylbewerber aus ihrer Wohnung.
Zurück nach Serbien: Polizisten holen in Leipzig die Asylbewerber aus ihrer Wohnung.

Von Juliane Morgenroth

Leipzig/Merseburg - Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen bei Abschiebungen enger kooperieren. Bereits am Dienstag startete in Leipzig/Halle eine Chartermaschine Richtung Serbien.

Es war nicht die erste gemeinsame Sammelabschiebung von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: 123 abgelehnte Asylbewerber wurden nach Belgrad geflogen, darunter 32 aus Sachsen. Solche Sammelcharter soll es künftig öfter geben: Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen bei Abschiebungen enger kooperieren.

Das beschlossen beide Regierungen bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung in Merseburg. Denkbar seien auch wöchentliche Charterflüge, so Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (61, CDU).

Eine gemeinsame Forderung nach festen Obergrenzen für Flüchtlinge gibt es aber nicht. Haseloff sagte, er sehe eine Grenze von 12.000 Flüchtlingen pro Jahr, die Sachsen-Anhalt gut integrieren könne.

Sein Amtskollege aus Sachsen, Stanislaw Tillich (56, CDU), wollte sich auf eine Zahl für sein Bundesland dagegen nicht festlegen. „Für mich ist eine Obergrenze erreicht, wenn es die Gesellschaft überfordert“, so Tillich.

Aus Sachsen wurden dieses Jahr rund 1300 Personen abgeschoben, darunter 875 vom Westbalkan, so das Innenministerium.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich CDU, l) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bei einer Pressekonferenz in Merseburg.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich CDU, l) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bei einer Pressekonferenz in Merseburg.
Polizisten überwachen die Ankunft abgelehnter Asylbewerber am Flughafen Leipzig/Halle.
Polizisten überwachen die Ankunft abgelehnter Asylbewerber am Flughafen Leipzig/Halle.

Fotos: dpa/Sebastian Willnow (2)


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