Immer mehr sächsische Arbeitsämter machen dicht: Das ist der Grund

Die Filiale in Radeberg schließt. Sie betreute zuletzt nur noch 272 Menschen ohne Job.
Die Filiale in Radeberg schließt. Sie betreute zuletzt nur noch 272 Menschen ohne Job.  © Thomas Türpe

Chemnitz - Sachsens Arbeitsagenturen geht die Kundschaft aus! Weil es immer weniger Arbeitslose gibt, sinkt die Zahl der Filialen und Beschäftigten. Die Geschäftsstellen in Radeberg und Bischofswerda werden dichtgemacht.

Die beiden Geschäftsstellen sollen schon zum 1. Januar schließen. Im April war bereits in der Filiale in Geithain Schluss (TAG24 berichtete). Damit gibt es künftig noch 35 Geschäftsstellen in den elf Arbeitsagenturen Sachsens.

Bei der Agentur in Bischofswerda waren im September nur 260 Menschen arbeitslos gemeldet, in Radeberg 272.

"Wir bleiben mit unseren Mitarbeitern in der Fläche und auch persönlich für unsere Kunden ansprechbar", versichert Sachsens Arbeitsagentur-Chef Klaus-Peter Hansen (54).

Weitere Begründung:

Sachsens Arbeitsagentur-Chef Klaus-Peter Hansen (54).
Sachsens Arbeitsagentur-Chef Klaus-Peter Hansen (54).  © Holm Helis

"Mehr Menschen als früher nehmen mit meinen Mitarbeitern über Telefon oder Internet Kontakt auf", so Thomas Berndt, Chef der Arbeitsagentur Bautzen.

Viele Anliegen könnten so geklärt werden. Hansen verwies darauf, dass auch die Arbeitsagentur bei Personal- und Verwaltungskosten wirtschaftlich denken müsse.

Im Oktober lag die Arbeitslosenquote sachsenweit bei nur noch 6,1 Prozent. Weil immer weniger Menschen arbeitslos sind, wird die Arbeitsagentur zudem bis 2020 rund 500 Stellen abbauen - ohne Kündigungen. Derzeit sind 5430 Menschen in den Arbeitsagenturen und Jobcentern beschäftigt. Weitere 1100 Beschäftigte haben Arbeitsverträge mit der Kommune.

Trotz des Stellenabbaus sucht die Arbeitsagentur in den kommenden Jahren aber nach Fachkräften. Grund: Mehr Beschäftigte gehen in Rente als Stellen abgebaut werden.


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