Exotische Mückenarten in Deutschland: Sie können Viren übertragen

Sachsen/Thüringen - Autsch! Die Stiche der asiatischen Mücken sind besonders heftig. Große Flatschen, Rötungen, und es dauert ewig, bis die Pusteln wieder weggehen. Auch in Europa herrscht nun herrlichstes Wetter - zumindest für exotische Mücken.

Eine weibliche Asiatische Tigermücke. Auch diese Mücke kann Viren übertragen.
Eine weibliche Asiatische Tigermücke. Auch diese Mücke kann Viren übertragen.  © DPA

Eingeschleppt wurde zum Beispiel die Asiatische Buschmücke. Sie ist nunmehr weit verbreitet - auch in Sachsen und Thüringen. Dieses Biest überträgt unter anderem das West-Nil-Virus.

Der Erreger kann grippeartige Symptome auslösen, die meist nach einer Woche wieder verschwinden. Manchmal aber breitet sich das Virus auch auf das Gehirn aus, was bleibende Behinderungen verursachen und sogar zum Tod führen kann.

Die Asiatische Buschmücke kommt aus gemäßigten und kalten Gebieten in Asien und fühlt sich in Deutschland wie zu Hause.

Inzwischen kommt sie in sieben Bundesländern vor. Sie kann viele Viren aufnehmen und abgeben, steht daher laut mdr im Gefährlichkeitsranking auf Platz 3.

Gefährlich sei auch die Asiatische Tigermücke. Man erkennt sie an ihren weißen Querstreifen - und damit ähnelt sie der Buschmücke.

Aber es gibt gute Nachrichten: Im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke in Deutschland testen Wissenschaftler den Einsatz sterilisierter Männchen. Wenn die Weibchen mit diesen Männchen kopulierten, bekämen sie keine lebensfähigen Nachkommen, hatte der Biologe Norbert Becker im Juli erklärt. "Die Weibchen werden schwanger, aber die haben Totgeburten."

Mücken-Exoten in Deutschland

Biologin Doreen Walther.
Biologin Doreen Walther.  © DPA

Die Asiatische Tigermücke ist heute neben Baden-Württemberg aber ebenso in Bayern und Thüringen heimisch. Grundsätzlich gefährlich sei das nicht. "Per se ist die Tigermücke einfach nur lästig, weil sie wie jedes andere Mückenweibchen eine Blutmahlzeit aufnehmen möchte um ihre eigenen Eier reifen zu lassen", erklärt Wissenschaftlerin Doreen Walther (Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung im brandenburgischen Müncheberg - die Forscherin gilt als Deutschlands größte Mückenexpertin) im mdr.

Um Krankheiten zu übertragen, müsste sie zunächst einen infizierten Menschen stechen, der sich im genau richtigen Stadium der Krankheit befindet. "Dieses Szenario ist für Deutschland aber noch nicht eingetreten und die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering", so die Forscherin.

Wie gelangen die Exoten nach Deutschland? Eine Familie aus dem Altenburger Land nahm im Karibik-Urlaub ein paar Pflanzen-Setzlinge mit nach Hause, packte die Wurzeln feucht ein... Das waren beste Bedingungen für die Eier der Gelbfiebermücke, die somit unbemerkt mitreisten. Nach ein paar Wochen hatten sich die blinden Stech-Passagiere in ihrem neuen Zuhause wohl gefühlt. "Bei einer Durchschnittstemperatur von 25 Grad Celsius hatte die Familie in ihrer Wohnung unabsichtlich eine eigene Mückenpopulation gezüchtet", erzählt Walther.

Zum Glück konnte die wärmeliebende Gelbfiebermücke außerhalb der geheizten Räume nicht überleben. In ihrer Mückenheimat aber übertragen sie beispielsweise das Zika-Virus, wenn sie Menschen stechen.

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