Schlimme Vorwürfe im Erzgebirge: Missbrauchte Lehrer seine Schülerin in Paris?

Aue - Der Vorwurf wiegt schwer: Missbrauchte der frühere Lehrer und Direktor Andreas W. (54) eine Schülerin? Das muss das Amtsgericht Aue jetzt klären. Die Fälle liegen bereits rund 20 Jahre zurück.

Andreas W. (54) steht im Verdacht, vor 20 Jahren eine seiner Schülerinnen missbraucht zu haben. 2014 gab es ähnliche Vorwürfe - da wurde er freigesprochen.
Andreas W. (54) steht im Verdacht, vor 20 Jahren eine seiner Schülerinnen missbraucht zu haben. 2014 gab es ähnliche Vorwürfe - da wurde er freigesprochen.

Als Sport- und Deutschlehrer war der Angeklagte zwischen 1997 und 2000 ständig im Kontakt mit Michaela S. (heute 31, Name geändert). Die Schülerin war Sportlerin, schaffte es sogar zu einer Auszeichnungsreise nach Paris zur Judo-Weltmeisterschaft 1997.

Dort soll sich der Pädagoge an dem damals 11-jährigen Mädchen im Hotelzimmer vergangen haben. Der Mann selber schwieg am Mittwoch, sein Verteidiger Reinhard Röthig (42) sagte: "Die Vorwürfe werden bestritten." Fünf Übergriffe werden Andreas W. vorgeworfen, unter anderem auch in einem Zeltlager in Schneeberg und einem Wohnmobil bei einer Trainingsreise nach Österreich.

Es bleiben Zweifel: Beim Vorfall im Wohnmobil sollen weitere Kinder mit im Wagen geschlafen, bei der Reise in Paris zwei weitere Mitreisende ebenfalls nichts mitbekommen haben.

Außerdem legte die Verteidigung SMS-Nachrichten und Postkarten vor, die das lockere freundschaftliche Verhältnis von Andreas W. und dem mutmaßlichen Opfer belegten. Röthig: "Es erschließt sich nicht, wieso ein Opfer sexuellen Missbrauchs solche Nachrichten an den Täter senden sollte."

Andreas W. ist seit den Vorwürfen vom Schuldienst suspendiert. Der Prozess wird fortgesetzt, dem Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft.

An dieser Schule im Erzgebirge arbeitete der Mann als Lehrer, später als Direktor.
An dieser Schule im Erzgebirge arbeitete der Mann als Lehrer, später als Direktor.

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