Personalmangel! Sächsische Pflegeheime nehmen keine Senioren auf

In vier sächsischen Alten- und Pflegeheimen wurde ein Aufnahmestopp verhängt. Grund ist der akute Fachkräftemangel.
In vier sächsischen Alten- und Pflegeheimen wurde ein Aufnahmestopp verhängt. Grund ist der akute Fachkräftemangel.  © DPA

Sachsen - Wegen des akuten Fachkräftemangels ist die Personalsituation in sächsischen Pflegeheimen angespannt. Für vier Einrichtungen im Freistaat wurde nun ein Aufnahmestopp verhängt - weil es nicht genügend Pflegekräfte gibt!

Der zuständige Kommunale Sozialverband Sachsen habe die Aufnahmestopps verhängt, berichtet "MDR Aktuell". 107 Pflegeheime verstoßen den Recherchen zufolge gegen die gesetzlichen Vorschriften, weil ihnen Personal fehlt. Hochgerechnet ist das jedes achte Heim.

Die Behörden hätten den Mangel bei Kontrollen festgestellt. "Grundsätzlich ist jede Unterschreitung der Fachkraftquote eine Verletzung des für diesen Bereich geltenden Gesetzes", sagte Monika Pittasch vom Kommunalen Sozialverband.

"Der Träger einer stationären Einrichtung hat sicherzustellen, dass betreuende und pflegerische Tätigkeit ausschließlich durch Fachkräfte durchgeführt oder unter angemessener Beteiligung dieser ausgeführt wird", so Pittasch.

Der Fachkräftemangel in sächsischen Alten- und Pflegeheimen ist seit Jahren bekannt. In den letzten fünf Jahren habe sich die Anzahl der Einrichtungen, die gegen die gesetzlichen Vorschriften verstoßen, verzwölffacht. Die sogenannte Fachkraftquote besagt, dass mindestens jeder zweite Mitarbeiter in einem Pflegeheim eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft absolviert haben muss.

Mit einer vorgesehenen Geldstrafe von 10.000 Euro müssen die Einrichtungen jedoch nicht zwangsläufig rechnen. Per Antrag kann sich ein Pflegeheim von der Fachkraftquote befreien - einfach so. Ver.di fordert von der Politik, diese Gesetzeslücke zu schließen.

Zusätzliches Problem: Immer weniger junge Menschen streben eine Ausbildung im Pflegebereich an. "Die Leute wandern ab in Bundesländer, in denen besser bezahlt wird. Sie wandern ab in den Krankenhausbereich, wo es Gehaltsdifferenzen gibt", sagte Manuela Schaar vom Fachbereich Gesundheit und soziale Dienste der Gewerkschaft ver.di.


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