Bricht Sachsens Bäumen ein Zacken aus der Krone?

Waldexperten von Sachsenforst 
beurteilen den Zustand der Baumkronen in sächsischen Wäldern.
Waldexperten von Sachsenforst beurteilen den Zustand der Baumkronen in sächsischen Wäldern.  © Thomas Rother

Dresden - Mitten im Wald steht ein Mann und glotzt minutenlang durch seinen Feldstecher in die Wipfel.

Falls Ihr dieser Tage in Sachsens Wäldern unterwegs seid, könnten Euch diese Zeitgenossen durchaus begegnen. Denn ab Sonntag startet die Waldzustandserhebung durch den Staatsbetrieb Sachsenforst.

Von Sonntag an bis Mitte August sollten die Bäume in ihrer vollen Laubpracht stehen. Die beste Gelegenheit, auf irgendwelche Schädigungen zu achten: verlichtete Kronen, vergilbte Nadeln oder vertrocknete Blätter. Aber auch Schäden durch Sturm, Trockenheit, Hagel oder Insekten- und Pilzbefall werden akribisch aufgenommen.

Dazu sind speziell geschulte Forstsachverständige in ganz Sachsen unterwegs - vom Vogtland bis in die Lausitz, vom Erzgebirge bis zur Dübener Heide. An 284 Beobachtungspunkten werden je 24 Bäume genauestens unter die Lupe genommen - insgesamt 6800 Exemplare.

Unter besonderer Beobachtung steht die Fichte, die häufigste Baumart in Sachsen - ihr setzt der Klimawandel besonders zu.

Landesinventurleiter Henning Andreae vom Sachsenforst: „Während sich in den Kammlagen des Erzgebirges ihr Kronenzustand stetig verbessert hat, leidet die Fichte in tieferen Lagen zunehmend an Wassermangel und nachfolgenden Borkenkäfern.“

Im Jahr 2016 galten 44 Prozent der Waldbäume als gesund, 16 Prozent zeigten hingegen deutliche Beeinträchtigungen. Ihr Zustand habe sich seit dem Vorjahr sogar leicht verbessert.

Ausnahme: die Buche. Da ging die intensive Fruchtbildung zu Lasten des Blätterwachstums.

Titelfoto: Thomas Rother


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