Mal wieder Land sehen! Das haben Sachsens Bauern Euch zu sagen

Bäuerin Friede (40) aus Gröbern hält ein Meissner Landschwein im Arm.
Bäuerin Friede (40) aus Gröbern hält ein Meissner Landschwein im Arm.  © Petra Hornig

Dresden - „Entdecken und Verstehen“ heißt das Motto zum „Tag des offenen Hofes“ 2017 in Sachsen. Die Image-Aktion der Landwirtschaft startet an diesem Wochenende. Gut 100 Betriebe machen mit. Die Bauern suchen vor allem mit Stadtmenschen das Gespräch, denn ihnen brennt einiges unter den Nägeln..

„Wir Bauern müssen uns ständig für unsere tägliche Arbeit rechtfertigen. Alle reden uns ins Handwerk rein. Bei einem Industriebetrieb würde sich das keiner wagen“, stellt Landesbauernpräsident Wolfgang Vogel (65) hörbar gefrustet fest. Er ergänzt: „Ich vermisse Respekt im Umgang mit Bauern und ihrer Arbeit.“

Insgesamt rund 34.800 Männer und Frauen rackern im Freistaat in gut 6300 Landwirtschaftsbetrieben verschiedenster Form und Größe (Agrarbericht 2015). Sie bewirtschaften reichlich 900.000 Hektar Fläche - das entspricht etwa der Hälfte der Fläche Sachsens. 78,6 Prozent der Landwirtschaftsfläche sind Ackerland, 20,8 Prozent Dauergrünland und 0,6 Prozent entfallen auf Rebland, Baumschulen, Obstanlagen. Die wichtigste Anbaukultur ist hierzulande Getreide (knapp 400.000 Hektar). Genossenschaften, Großbetriebe dominieren die Produktion. Bio ist Nische.

In ihrem Hofladen in Gröbern verkauft Bäuerin Friede (40) auch 
Kartoffeln.
In ihrem Hofladen in Gröbern verkauft Bäuerin Friede (40) auch Kartoffeln.  © Petra Hornig

Die grüne Branche übt sich seit Jahren in Selbstverteidigung, denn sie steht extrem unter Druck: Handel und Verbraucher „schreien“ nach billigen Lebensmitteln, auf dem Weltmarkt fallen die Preise, Mistwetter und staatliche Regulierung verhageln die Ernte - das „Gewerbe unter freiem Himmel“ ächzt und stöhnt.

Nun wird es auch noch von Verbraucher- und Umweltaktivisten angegriffen, die sich ums Tierwohl und den Naturschutz sorgen.

„Viele Menschen haben den Bezug zur Landwirtschaft gänzlich verloren. Das ist traurig“, sagt Bauer Ulrich Friede (56) aus Gröbern (Gemeinde Niederau, Radeburger Str. 8), der sich zusammen mit seiner Frau Cornelia (40) um einen bäuerlichen Familienbetrieb mit 70 Meissner Landschweinen, 20 Mast-Rindern und 85 Hektar Land kümmert.

Die Bäuerin freut sich schon: „Uns ist es eine Herzenangelegenheit, heute den Hof zu öffnen und Menschen die Ställe zu zeigen. Nur so kann Verständnis entstehen - und Vertrauen.“

Beim Tag des offenen Bauernhofs 
präsentieren die Betriebe ihre Mastrinder.
Beim Tag des offenen Bauernhofs präsentieren die Betriebe ihre Mastrinder.  © Petra Hornig
Beim Tag des offenen Bauernhofs 
dürfen auch Entenküken nicht fehlen.
Beim Tag des offenen Bauernhofs dürfen auch Entenküken nicht fehlen.  © Petra Hornig

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0