CDU-Parteitag: "Team Kretschmer" macht Dampf für die Landtagswahl

Dresden - Die Sachsen-CDU startet mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (43) als Spitzenkandidat in den Landtagswahlkampf.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (43) führt seine CDU in den Landtagswahlkampf.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (43) führt seine CDU in den Landtagswahlkampf.  © dpa/Oliver Killig

So viel ist klar: Der Wahlkampf wird komplett auf ihn zugeschnitten. "Team Kretschmer. Für Sachsen" - die CDU spricht von einer "Bewegung", die auf dem Landesparteitag in Dresden gestartet wurde.

Der Slogan samt Sachsen-Herz prangte dort auf T-Shirts von Mitgliedern der Jungen Union und auf Pappen.

Der Auftakt gelang schon mal: Der CDU-Chef wurde von den Delegierten mit satten 96,3 Prozent auf Platz eins der Landesliste und damit als Spitzenkandidat gewählt.

Er soll der erfolgsverwöhnten Partei zu einem starken Ergebnis verhelfen - angesichts der Stärke der AfD ein schwieriges Unterfangen.

"Wir haben es im vergangenen Jahr geschafft, neues Vertrauen zu begründen und dem Land einen neuen Schwung zu geben.

Kretschmer kündigt Investitionen an

Melanie Schütz und Timo Dinkels von der Jungen Union gehören zum "Team Kretschmer", warben dafür auf dem Parteitag.
Melanie Schütz und Timo Dinkels von der Jungen Union gehören zum "Team Kretschmer", warben dafür auf dem Parteitag.  © Steffen Füssel

Es war in wichtigen Bereichen auch eine Korrektur und ein neuer Antritt, der notwendig war", so Kretschmer.

Die Sachsen hätten allen Grund, mutig und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

Kretschmer kündigte zudem weitere Investitionen an: "Der Aufbau an Polizei wird solange fortgesetzt, wie es die innere Sicherheit erfordert."

Ohne größere Verwerfungen wurden 57 Plätze auf der Landesliste mit Kandidaten besetzt.

Die Liste hat diesmal größere Bedeutung, da die Vormachtstellung der CDU in den Wahlkreisen bröckelt.

Für die Europawahl im Mai setzte die Sachsen-CDU ihre Europa-Parlamentarier Peter Jahr (59) und Hermann Winkler (55) auf Platz eins und zwei.

Die große Verliererin des Parteitags

 Cornelia Blattner (54, CDU) nahm eine bittere Niederlage hin.
Cornelia Blattner (54, CDU) nahm eine bittere Niederlage hin.  © Steffen Füssel

So bitter kann Politik sein: Die große Verliererin des CDU-Parteitags war die Leipziger Abgeordnete Cornelia Blattner (54, CDU). Vor einem Jahr als Nachrückerin in den Landtag eingezogen, ist ihre Polit-Karriere auf Landesebene nach der Wahl im September schon wieder vorbei.

Vom CDU-Landesvorstand war sie nur auf Listenplatz 18 gesetzt worden. Auf eine avisierte Kampfkandidatur für Platz sechs verzichtete Blattner.

Doch sie verlor auch Platz 18: Entgegen der Absprache, die ersten 20 Plätze paritätisch mit Männern und Frauen zu besetzen, forderte Tom Unger (33), Chef der Jungen Union, Blattner heraus. Er gewann mit einer Stimme Vorsprung.

Ebenfalls ohne Erfolg blieb Blattners Versuch, "ihrem" Leipziger CDU-Chef Robert Clemen (51) Platz 21 streitig zu machen.

Eine Retourkutsche? Clemen war kurzfristig in jenem Leipziger Wahlkreis als Direktkandidat angetreten, in dem Blattner von der CDU nominiert werden wollte.

Daraufhin wich sie auf einen anderen Leipziger Wahlkreis aus - und verlor. Ihr Kontrahent hatte eine Stimme mehr...

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