Mit Kirche und Events: Chemnitz sucht den Weg zur Normalität

Chemnitz - Der Tod von Daniel H. (†35), rechte und linke Ausschreitungen, ein zerstörtes Image: Während die rechtspopulistische Bewegung "ProChemnitz" Donnerstagabend erneut demonstrieren will, versuchen sich Chemnitzer Veranstalter langsam wieder in Normalität.

OB Barbara Ludwig (56, SPD) bekommt Rückendeckung von ihren Parteikollegen.
OB Barbara Ludwig (56, SPD) bekommt Rückendeckung von ihren Parteikollegen.  © Klaus Jedlicka

So bleiben die Basketballer der Niners bei ihrem großen Event: Der "4. Haase Open Streetball Cup" samt Vereinsfest finden von 11 bis 18 Uhr an der alten Haase-Fabrik (Rochlitzer Straße 19) statt.

Die Chemnitzer Kirchen organisieren eine Kundgebung für Sonntag in der City.

Unterdessen stärkt die Stadtratsfraktion der SPD der in der Kritik stehenden Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (56, SPD) den Rücken: "Die Absage war in Anbetracht der Szenen, die sich in unserer Innenstadt abspielten, die richtige Entscheidung. Ob das Stadtfest am Sonntag hätte stattfinden sollen, dazu kann man im Nachhinein Fragen stellen und sachlich diskutieren."

Rund um die Donnerstagabend für 18 Uhr geplante "ProChemnitz"-Demo am Rand des "Sachsengesprächs" im Stadion (19 Uhr) mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU) ist die Polizei vorbereitet.

Fernando Herrmann (41) will die Familie des Opfers unterstützen, sammelt jetzt Spenden.
Fernando Herrmann (41) will die Familie des Opfers unterstützen, sammelt jetzt Spenden.  © Klaus Jedlicka

Eine Sprecherin: "Wir planen derzeit den Einsatz." Auch bei der CVAG schaut man genau hin. Sprecher Stefan Tschök (60): "Wir entscheiden operativ, ob wir umleiten müssen oder Fahrten ausfallen."

Mittlerweile hat auch ein Chemnitzer ein Spendenkonto (IBAN DE75 8709 6214 0021 2454 45) eröffnet. Fernando Herrmann (41) will die Familie des Opfers unterstützen.

Noch immer liegen Blumen am Tatort in der Chemnitzer Innenstadt.
Noch immer liegen Blumen am Tatort in der Chemnitzer Innenstadt.  © DPA
Bereits am Montag gab es in der Jakobikirche ein Friedensgebet, am Sonntag soll eine Kundgebung auf dem Markt folgen.
Bereits am Montag gab es in der Jakobikirche ein Friedensgebet, am Sonntag soll eine Kundgebung auf dem Markt folgen.  © Klaus Jedlicka