Skandal in Sachsen: Politessen kassieren Krankenwagen ab

Chemnitz - Knöllchen-Posse in der Schadestraße. Der Rettungszweckverband hatte zwei neue Krankenwagen auf einem Parkstreifen vor seinem Haus abgestellt. Zwei Politessen der Stadt störten sich daran und verpassten den Krankenwagen zwei Knöllchen.

Das Foto bei Facebook beweist: Am Rettungswagen hing ein Knöllchen.
Das Foto bei Facebook beweist: Am Rettungswagen hing ein Knöllchen.

Boris Altrichter (46), Geschäftsführer des Zweckverbands, hatte die nagelneuen Fahrzeuge dort eigenhändig geparkt - zur Abholung durch das DRK Chemnitz und Erzgebirge. Er versteht die Welt nicht mehr: "Ich hatte die großen Wagen extra so weit vorne an der Straße abgestellt, damit der Fußweg hinten am Haus nicht blockiert wird. Dass die Stadt den Parkstreifen selbst als Fußweg betrachtet, wusste ich nicht."

Doch auf Anfrage erklärte die Stadt: "Die Fahrzeuge blockierten den Gehweg. Auch war hinter den Fahrzeugen Platz, so dass die Fahrer lediglich um 1,5 bis 2 m hätten rückwärts fahren können, um niemandem auf dem Gehweg zu behindern."

Der Rettungszweckverband gehört zur Hälfte der Stadt. Das Verwarngeld muss Boris Altrichter aus eigener Tasche bezahlen. Was er auch tun wird: "Ich lege mich nicht mit der Stadt an. Aber ich kann über diese Knöllchen nur den Kopf schütteln."

Ein Rettungssanitäter wurde deutlicher. Er schimpfte: "Das ist eine Frechheit, Rettungsfahrzeuge abzukassieren."

Auch SPD-Stadtrat Ecke Bauer (59) versteht die Politessen nicht: "Das war ungeschickt. Das Ordnungsamt sollte seine Mitarbeiter besser schulen, damit solche Peinlichkeiten künftig nicht mehr vorkommen. Wenn das Ordnungsamt Größe zeigen will, zieht es die Verwarnungen zurück."

Stadtrat Ecke Bauer (59, SPD) findet die Knöllchen nicht gut.
Stadtrat Ecke Bauer (59, SPD) findet die Knöllchen nicht gut.  © Peter Zschage
Tatort Schadestraße: Zwei Politessen verwarnten den Rettungszweckverband wegen der Krankenwagen vor seinem Haus.
Tatort Schadestraße: Zwei Politessen verwarnten den Rettungszweckverband wegen der Krankenwagen vor seinem Haus.  © Maik Börner

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