Nicht mal der Alarm schreckt ab: Einbruchs-Serie in Apotheken

Chemnitz - Derzeit brauchen Chemnitzer Apotheker viele Beruhigungsmittel. Seit Herbst 2017 häufen sich die Einbrüche in Apotheken. Allein im September waren es zwölf Fälle. Elmar Werner (55) war fünf Mal betroffen und klagt: "Die Aufregung unter den Kollegen ist groß."

Hier hat die Apothekenbande zugeschlagen: Sandra Schmidt (35) zeigt die (fast) leere Kasse in der Apotheke im Neefepark.
Hier hat die Apothekenbande zugeschlagen: Sandra Schmidt (35) zeigt die (fast) leere Kasse in der Apotheke im Neefepark.  © Sven Gleisberg

Zuletzt stiegen Einbrecher am Donnerstagabend in Werners Apotheke im Neefepark ein. Die Täter arbeiteten wie immer: Fenster aufgehebelt, trotz lauten Alarms Kasse aufgebrochen, Geld raus und weg.

"Das dauert höchstens eine Minute", schätzt der Apotheker, der weitere Betriebe im Vita-Center, Roten Turm und in der Robert-Siewert-Straße betreibt. "Offenbar grast eine Bande die Chemnitzer Apotheken ab." Sie machen die Schwachstellen aus und schlagen zu.

Die Täter seien allein auf Bargeld aus. Medizin rührten sie nie an. "Die wertvollen Betäubungsmittel liegen sowieso im Tresor", weiß der Fachmann.

Die Polizei bestätigt die Serie. 2017 zählte sie 31 Einbrüche in Chemnitzer Apotheken. 2018 gehe es genauso weiter. Polizeisprecher Steffen Wolf (38): "Die Begehungsweise ist meist ähnlich. Wir ermitteln, um der Täter habhaft zu werden."

Apotheker Elmar Werner (55) mit einer kaputten Fensterscheibe in seiner Apotheke im Vita-Center.
Apotheker Elmar Werner (55) mit einer kaputten Fensterscheibe in seiner Apotheke im Vita-Center.  © Sven Gleisberg

Titelfoto: Sven Gleisberg