Ruhestand verschoben! Jetzt kommt die Senioren-Polizei

Chemnitz - Mein greiser Freund und Helfer: Bei der Chemnitzer Polizei verlängern derzeit viele Beamte die Dienstzeit und verschieben ihren Ruhestand. Sie folgen einem Wunsch von Innenminister Roland Wöller (47, CDU), der so die personellen Lücken auffüllen will.

Hagen Husgen, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), findet die längere Dienstzeit gut.
Hagen Husgen, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), findet die längere Dienstzeit gut.  © Christian Suhrbier

Nach dem Abbau unter Ex-Minister Markus Ulbig (54, CDU) ächzen alle Polizeidirektionen unter Personalnot. Zwar hat das Ministerium reagiert und 1 000 neue Stellen geschaffen. Doch das dafür vorgesehene Personal befindet sich noch in der Ausbildung.

Beamte, die vor dem Ruhestand stehen, wurden angeschrieben und um freiwillige Verlängerung um bis zu drei Jahre gebeten. Zum Dank winkt ein Lohnaufschlag um zehn Prozent.

Das betrifft vor allem die Chemnitzer Polizei (31 Anschreiben) und Dresden (neun). Von sich aus stellten 181 altgediente Beamte einen Antrag auf Verlängerung. 142 wurden genehmigt.

Hagen Husgen (54), Chef der Gewerkschaft der Polizei in Sachsen (GdP), findet das Modell gut: "Wenn Beamte, die sich fit fühlen, freiwillig länger arbeiten, ist das in Ordnung. Dass es dafür mehr Gehalt gibt, war unsere Forderung."

Jens Lehmann (47), Kreisvorsitzender der Polizeigewerkschaft (DPolG), findet das Modell fragwürdig: "Das Personalproblem ist selbst verschuldet, ältere Beamte sollen es jetzt ausbaden."

Ältere Beamte sind bei der Polizei begehrt.
Ältere Beamte sind bei der Polizei begehrt.  © Peter Zschage

Titelfoto: Peter Zschage


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