Nach über 500 Fällen: Polizei schnappt Reifenstecher auf frischer Tat

Chemnitz - Riesenerfolg für die Chemnitzer Polizei. Die Kripo hat den berüchtigten Reifenstecher gefasst. Jahrelang terrorisierte ein Unbekannter die Autofahrer, jetzt weiß die Kripo: Der Täter war ein älterer Chemnitzer (57).

Mit diesem Foto fahndete die Polizei Chemnitz nach dem Reifenstecher.
Mit diesem Foto fahndete die Polizei Chemnitz nach dem Reifenstecher.

Mitte 2016 begann die schlimme Serie. Ein Vandale zerstach reihenweise Autoreifen in der Stadt. Mal ein Fahrzeug, mal ein ganzes Dutzend auf einmal. Mal ein reifen, mal alle vier.

Am Ende waren es rund 530 Fälle mit fast 100.000 Euro Sachschaden.

Während die Autofahrer-Seele kochte, tappte die Kripo lange im Dunkeln. Im Mai zeigte die Polizei Bilder einer Überwachungskamera im Chemnitzer-Center, die den Reifenstecher bei der Tat filmte.

Doch diese Fotos führten zu keinen konkreten Ergebnissen.

Was die Kripo aber nicht hinderte, weiter zu forschen. Polizeisprecherin Jana Ulbricht (41): „Wir hatten inzwischen weitere Überwachungsbilder erhalten. Unsere Kriminalisten fanden darin wichtige Hinweise.“

Fahnder konnten den Verdächtigen in der Nacht zum Mittwoch auf frischer Tat stellen und vorläufig festnehmen. Er hatte zuvor an insgesamt fünf Fahrzeugen in der Zietenstraße, der Paul-Gerhardt-Straße sowie der Humboldstraße Reifen zerstochen.

Ob der mutmaßliche Täter sich zu seinen Taten einließ und ob er ein Motiv nannte, will die Polizei noch nicht verraten, denn: "Die Ermittlungen gehen weiter", sagt Jana Ulbricht.

Vermutlich sieht sich der Täter als selbsternannter Hilfssheriff – die meisten betroffenen Fahrzeuge standen im Halte- oder Parkverbot.

Die Beamten stellten in der Wohnung des Tatverdächtigen Beweismittel sicher, die nun geprüft werden.

Vorerst glaubt die Polizei, dem Mann 110 kaputte Reifen sicher nachweisen zu können. Ob er für weitere Taten in Frage kommt, wird jetzt ermittelt.

Jana Ulbricht lobt die Arbeit der Kriminalisten: "Das war eine akribische, großartige Puzzlearbeit."


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