Raubüberfall im Hotel: Portier blickte plötzlich in Pistolenlauf

Chemnitz/Schwarzenberg - Diese Nacht wird Ralf H. (48) nicht so schnell vergessen: Der Nachtportier eines Hotels in Schwarzenberg wurde Opfer eines brutalen Überfalls. Seit Freitag müssen sich Andreas G. (33) und Sven H. (39) aus dem Erzgebirge am Landgericht Chemnitz verantworten.

Sven H. (39, l.) und Andreas G. (33, r.) sind als Räuber angeklagt. Ein Urteil wird frühestens Mitte August erwartet.
Sven H. (39, l.) und Andreas G. (33, r.) sind als Räuber angeklagt. Ein Urteil wird frühestens Mitte August erwartet.  © Harry Härtel/Haertelpress

Portier Ralf H. ging im Oktober 2017 nachts aus dem Hotel, um die angelieferten Tageszeitungen hereinzuholen. Dort schaute er plötzlich in den Lauf einer Pistole. "Wo ist Dein Geld?" soll einer der beiden maskierten Männer das Opfer angebrüllt haben.

Dann schoben sie den Portier in die Hotelhalle, durchwühlten die Kasse. Ihre Beute: etwas mehr als 1600 Euro Bargeld und Briefmarken (TAG24 berichtete).

Danach flüchteten die Männer vom Tatort. Vermutlicher Hintergrund des Überfalls: Die Männer waren seit Jahren drogenabhängig, brauchten Geld für die Teufelsdroge Crystal. Die Polizei ermittelte wochenlang fieberhaft, zeitweise hatten Polizeitaucher einen nahegelegenen Fluss durchsucht.

Am Jahresende klickten die Handschellen. Die Angeklagten schwiegen am Freitag. Der Verteidiger von Sven H., Rechtsanwalt Uwe Sabel (61), kündigte aber an: "Am nächsten Verhandlungstag wird er aussagen."

Der Portier, der den Überfall unverletzt überstand, ist heute noch in psychiatrischer Betreuung. Den beiden Männern drohen wegen schweren Raubes mindestens drei Jahre Haft.

Den Angeklagten wird vorgeworfen dieses Hotel in Schwarzenberg überfallen zu haben.
Den Angeklagten wird vorgeworfen dieses Hotel in Schwarzenberg überfallen zu haben.  © Kristin Schmidt

Titelfoto: Kristin Schmidt


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