Im Interview: "Tatortreiniger" Bjarne Mädel mischt Theaterplatz auf

Chemnitz - "Der Tatortreiniger" auf Leinwand statt TV-Bildschirm: Über 900 Fans feierten am Dienstag auf dem vollbesetzten Theaterplatz zusammen mit Schauspieler Bjarne Mädel (50) und Regisseur Arne Feldhusen (47) das erste Serien-Feature der Filmnächte Chemnitz. TAG24 sprach mit den beiden Serienschaffenden.

Fielen in kompletter Spurensicherungs-Montur auf: Gästeführerin Grit Linke (56) und vor allem ihr Mann Ralph-Peter Wilde (59) sind bekennende Fans.
Fielen in kompletter Spurensicherungs-Montur auf: Gästeführerin Grit Linke (56) und vor allem ihr Mann Ralph-Peter Wilde (59) sind bekennende Fans.  © Klaus Jedlicka

Der Theaterplatz wurde extra aufbestuhlt, damit wirklich jeder Fan der erfolgreichen Comedy-Serie teilnehmen konnte. Auch Chemnitzer Gäste-Führerin Grit Linke (56) und Ralph-Peter Wilde (59) vom Landeskriminalamt Dresden zählen dazu.

"Die Geschichten um den Tatort herum sind ja das spannende, weniger der Kriminalaspekt", weiß Spurensicherer Wilde. "Toll, dass sich so viele Altersklassen von dem Format angesprochen fühlen", ergänzt Grit Linke mit Blick in die Menge. Beide hatten sich mit weißen Hygieneanzügen perfekt in Schale geworfen und sich somit ihre "Bjarne"-Autogramme redlich verdient.

Andere ließen sich mitgebrachte DVDs und Poster unterschreiben - Bjarne Mädel signierte emsig den ganzen Abend über hinweg.

Auf der Bühne interviewte Lars Neuenfeld (46) vom 371 Stadtmagazin Regisseur und Schauspieler. So gestalteten sich auch die Pausen interaktiv: Filmnächte-Besucher konnten per Zettel oder Facebook live ihre Fragen durchstellen.

Bjarne Mädel und Arne Feldhusen im Interview

Auf der Terrasse des Chemnitzer Hof: TAG24-Redakteur Jakob Nützler (hinten, 30) nutzte die Chance, um sich nach dem Interview Autogramme von Bjarne Mädel (rechts) und "Stromberg"-Regisseur Arne Feldhusen abzuholen.
Auf der Terrasse des Chemnitzer Hof: TAG24-Redakteur Jakob Nützler (hinten, 30) nutzte die Chance, um sich nach dem Interview Autogramme von Bjarne Mädel (rechts) und "Stromberg"-Regisseur Arne Feldhusen abzuholen.  © Klaus Jedlicka

TAG24: Moin, moin! Ist es euer erster Besuch im schönen Chemnitz?

Arne: Meiner tatsächlich schon. Die Kulisse hier an der Oper ist aber sehr einladend. Und das Wetter ist perfekt! In Hamburg gab es einen Open-Air-Serienabend schon mal, da hat es in Strömen geregnet...
Bjarne: Ich hatte einen Kumpel am Schauspielhaus in Chemnitz, Tobias Weber, deswegen war ich schon einige Male hier. Der Abend heute wird sicher richtig Laune machen!

TAG24: "Der Tatortreiniger" zeichnet sich vor allem durch die authentischen Dialoge aus. Übernehmt Ihr diese 1:1 aus dem Drehbuch, oder wird viel am Set verändert?

Arne: Tatsächlich sind nur circa 2 Prozent improvisiert. Dafür wird natürlich vor der Aufnahme geprobt.
Bjarne: Die Dialoge von unserer Drehbuchautorin Mizzy Meyer sind amüsant und so ausgefeilt, dass man nicht viel verändern muss. Es gibt aber auch Gast-Schauspieler, die tatsächlich jeden Take etwas variieren.

Der Theaterplatz wurde extra aufbestuhlt, damit die über 900 Besucher Platz fanden. Damit wurde sogar die beliebte "Dirty Dancing"-Nacht getoppt.
Der Theaterplatz wurde extra aufbestuhlt, damit die über 900 Besucher Platz fanden. Damit wurde sogar die beliebte "Dirty Dancing"-Nacht getoppt.  © Klaus Jedlicka

TAG24: Der "feuchte Traum" vieler Fans: Wie wäre es mal mit einer verrückten Crossover-Folge vom "Tatortreiniger" und "Stromberg"? Beides stammt ja von Euch.

Arne: Wäre spannend, ist aber schon wegen unterschiedlichen Sendern und der verzwickten Rechtelage zum Scheitern verdammt. Schade.
Bjarne: In den nächsten vier Folgen tauchen aber wieder Nebendarsteller aus "Stromberg" auf, zum Beispiel die tolle Hamburger Theaterkollegin Angelika Rückert. Sie spielte damals die "Graue Maus" Nicole und Geliebte von Stromberg.

TAG24: Apropos, auf welche der vier neuen "Tatortreiniger"-Folgen freut Ihr Euch denn am meisten - und wann werden sie gesendet?

Bjarne: Ha, Sendetermine erfahren wir immer als letzte... Erfahrungsgemäß aber wieder im Dezember, um Weihnachten herum. Ich freue mich am meisten auf eine Episode mit dem mysteriösen Titel "Einunddreißig".
Arne: Von unseren schlanken 25-Minuten-Folgen wollen wir wenig spoilern, aber der aus der "Freunde"-Folge bekannte "FC Dieter" wird eine größere Rolle spielen. Vor allem Schauspieler Olli Schulz darf ordentlich auf den Putz hauen!

Bjarne Mädel im Autogramm-Marathon: Auch Ute ( 47) und Thomas (53) Schönyan lassen sich ihre schicke "Tatortreiniger"-DVD-Filmbox signieren.
Bjarne Mädel im Autogramm-Marathon: Auch Ute ( 47) und Thomas (53) Schönyan lassen sich ihre schicke "Tatortreiniger"-DVD-Filmbox signieren.  © Klaus Jedlicka

TAG24: Bislang gibt es 27 Folgen. Denkt Ihr manchmal darüber nach, wie "Der Tatortreiniger" irgendwann enden könnte? Vielleicht mit einem Kinofilm als krönenden Abschluss?

Bjarne: Noch gibt es über "Schotty" einiges zu erzählen. Wir sind immer gespannt, an welche skurrilen Tatorte uns die Drehbücher führen. Wahrscheinlich werden es jedoch nicht wie bei "Stromberg" 46 Folgen plus Kinofilm.
Arne: Obwohl Überlegungen für ein längeres Format immer wieder aufkommen! Wie heute Abend zu spüren ist, taugen unsere Bilder durchaus für die große Leinwand und das gemeinsame Schauen.

TAG24: Seid Ihr sehr selbstkritisch, wenn Ihr die Serie noch einmal anschaut? Und gibt es eine Lieblingsfolge?

Bjarne: Immer komisch, sich selbst zu loben. Aber: Beim "Tatortreiniger" bin ich tatsächlich ziemlich zufrieden mit meiner Arbeit. Lieblingsfolge? Alle haben ihre Stärken, aber im Zweifelsfall würde ich "Pfirsich Melba" sagen.
Arne: Das ist auch mein heimliches Highlight. Hier hat unsere Drehbuchautorin besonders viel Herzblut verschüttet.

TAG24: Eine Frage noch zum Schluss: Wie viel hat die Serie denn mit dem echten Beruf des Tatortreinigers zu tun?

Arne: Wir haben uns mit einem Berliner Tatortreiniger getroffen und recherchiert. Wobei zum Beispiel bei den Putz-Utensilien letztlich entscheidet, was für die Kamera besser aussieht. Dafür haben wir exzellente Kollegen im Szenenbild und der Ausstattung.
Bjarne: Die Serie hätte auch nicht unbedingt "Tatortreiniger" heißen müssen und den realen Beruf abbilden, der wirklich krass ist. Wir machen ja auch keine Dokumentation. Die Tatorte bilden nur den Rahmen für das Kammerspiel.

Danke für das freundliche Gespräch und Euch viel Erfolg und Spaß weiterhin bei der Arbeit und mit den Fans!

Happy: Für Autogramm-Jägerin Sandra Strobel (38) aus Chemnitz hat sich das Schlangestehen gelohnt.
Happy: Für Autogramm-Jägerin Sandra Strobel (38) aus Chemnitz hat sich das Schlangestehen gelohnt.  © Klaus Jedlicka

Titelfoto: Klaus Jedlicka


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