Trotz neuem Gesetz: Flüchtlinge bekommen weiter Taschengeld

In Sachsen wird trotz neuem Gesetz weiter Taschengeld ausgezahlt.
In Sachsen wird trotz neuem Gesetz weiter Taschengeld ausgezahlt.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Seit 1. November gelten die vom Bundestag beschlossenen Verschärfungen im Asylrecht. Dazu gehört auch, dass Asylbewerber in der Erstaufnahme künftig möglichst Sachleistungen statt Geld bekommen sollen. In Sachsen wird in der Erstaufnahme trotzdem weiter Taschengeld ausgezahlt.

„Derzeit wird geprüft, wie der Wechsel zu Sachleistungen umgesetzt werden kann“, so Sprecher Andreas Kunze-Gubsch vom Innenministerium. Der Aufwand müsse jedoch vertretbar sein.

Wann der Wechsel in Sachsen kommt, ist noch unklar.

Derzeit gilt es vor allem, die Flüchtlinge erstmal unterzubringen. Allein Donnerstag kamen 675 neue Asylbewerber nach Sachsen.

Mit den Verschärfungen soll der Anreiz minimiert werden, aus „sachfremden Gründen“ einen Asylantrag zu stellen. Also wegen der 143 Euro Taschengeld im Monat.

Besonders Asylbewerbern vom Westbalkan wird dies unterstellt.

Kritiker bemängeln jedoch den enormen Verwaltungsaufwand, wenn Gutscheine statt Geld verteilt werden.

Deswegen lehnen viele Bundesländer die Umstellung ab, zum Beispiel Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz.

Fotos: dpa Franz-Peter Tschauner, imago


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0