Schüler klagte: Kopfnoten im Zeugnis sind verfassungswidrig!

Dresden - Sind Noten für Betragen oder Fleiß bald vom Tisch? Denn das Verwaltungsgericht Dresden entschied jetzt im Eilverfahren: Kopfnoten in wichtigen Zeugnissen sind verfassungswidrig.

Nach der Eil-Entscheidung fordert der Landesschülerrat die Abschaffung der Kopfnoten insgesamt.
Nach der Eil-Entscheidung fordert der Landesschülerrat die Abschaffung der Kopfnoten insgesamt.  © DPA

Geklagt gegen den Freistaat hatte ein Oberschüler, der sich mit seinem 9.-Klasse-Zeugnis um eine Lehrstelle bewerben wollte und Nachteile befürchtete.

Er kann zu Recht ein Zeugnis der 9. Klasse ohne Kopfnoten verlangen, so das Gericht. Denn diese Noten im Bewerbungszeugnis stellten einen Eingriff in die im Grundgesetz verankerte Freiheit der Berufswahl dar: Es sei möglich, dass Schüler mit schlechteren Kopfnoten ihre Wunsch-Lehrstelle nicht erhielten.

Für Kopfnoten in Zeugnissen von Schülern, die sich um Ausbildungsplätze bewerben, fehle schlicht die Rechtsgrundlage: Der Gesetzgeber habe die Kopfnoten im Schulgesetz nicht ausdrücklich geregelt. Bestimmungen des Kultusministeriums in Schulordnungen reichten nicht aus.

Bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren muss der Schüler nun ein Zeugnis der 9. Klasse ohne Noten für Betragen, Fleiß, Mitarbeit und Ordnung bekommen. Ein Sprecher des Kultusministeriums: "Die Entscheidung hat uns überrascht. Wir werden den Entschluss sorgfältig prüfen und uns weitere Schritte vorbehalten."

Titelfoto: DPA

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