Schuldig! Terrorist aus Sachsen bekommt Bewährung

Der Syrer Nasser A. wurde schuldig gesprochen.
Der Syrer Nasser A. wurde schuldig gesprochen.  © Ove Landgraf

Dresden - Schuldig der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. So lautet das Urteil gegen den Syrer Nasser A. (25) vom Dresdner Oberlandesgericht, dass gegen den Asylbewerber soeben 22 Monate Haft verhängte. Nasser A. war demnach Mitglied der Terrororganisation Jabhat al-Nusra.

Der Prozess am so genannten Terror-Gericht am Hammerweg hatte drei Monate gedauert und war nur zu Stande gekommen, weil Nasser A. sich selbst angezeigt hatte (TAG24 berichtete). Drei Mal war der in Chemnitz untergebrachte Syrer zur Polizei gegangen, ehe er von den Beamten ernst genommen wurde und in U-Haft kam. Angeblich sei er von der al-Nusra-Front ausgebildet worden und bei der Entführung von Journalisten dabei gewesen.

Noch vor dem Prozess aber widerrief Nasser seine Aussagen. Islamwissenschaftler und Terror-Experte Guido Steinberg, der für den Strafsenat eine Expertise erstellte und als Zeuge aussagte, hielt zwar die Angaben von Nasser für plausibel, sah aber zum Beispiel für die Entführungen keine Hinweise.

Der Generalstaatsanwalt hatte für Nasser A. zwei Jahre und sechs Monate Haft beantragt. Verteidiger Ulf Israel forderte Bewährung. Die Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung hielt der Staatsschutzsenat für bewiesen und urteilte nun auf 22 Monate Haft. Die Strafe wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt.

Ob und wann der Verurteilte abgeschoben wird, steht allerdings in den Sternen. Zwar wurde ihm inzwischen sein Asylstatus aberkannt. Dagegen legte Nasser A. aber Beschwerde ein. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Nasser A. ist ab sofort wieder auf freiem Fuß.

Titelfoto: Ove Landgraf


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