Ausgedörrte Wälder, sinkende Flusspegel: Sachsen läuft jetzt auch noch das Wasser weg

Sachsen - Sachsen trocknet aus! Der akute Regenmangel (TAG24 berichtete) zeigt bereits schwerwiegende Folgen. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) unterschreiten die Durchflüsse an allen Flüssen und Bächen die Normalwerte - teils um bis zu 90 Prozent! Auch das Grundwasser sinkt ab. Immerhin: Die Talsperren sind (noch) gut gefüllt.

Katrin Schöne ist Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung.
Katrin Schöne ist Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung.  © Thomas Türpe

Die vom LfULG gemessenen mittleren Durchflüsse liegen derzeit zwischen 10 und 50 Prozent der monatstypischen Mittelwerte.

Das wenigste Wasser fließt derzeit durch Weiße Elster, Lausitzer Neiße und die Nebenflüsse der Oberen Elbe. Doch auch in Mulde, Spree und Elbe ist der Durchfluss mit etwa 40 Prozent des Monatsmittels sehr gering.

Und sie werden in den nächsten Tagen noch weiter zurückgehen, weiß LfULG-Sprecherin Karin Bernhardt. "Die mittelfristigen Wettervorhersagen lassen bis mindestens in die erste Mai-Dekade hinein keine größeren Niederschläge erwarten. Somit ist zumindest für die nähere Zukunft mit einer weiteren Verschärfung der Abflusssituation zu rechnen."

Auch die Grundwasserstände gehen zurück. Laut Bernhardt liegen sie durchschnittlich 46 Zentimeter unter Normalwert.

Immerhin: Sachsens Trinkwassertalsperren sind noch bestens gefüllt

Niedrigwasser: So sah es noch im November an der Trinkwassertalsperre Cranzahl aus. Mittlerweile ist sie wieder gut gefüllt - wie die meisten Talsperren in Sachsen.
Niedrigwasser: So sah es noch im November an der Trinkwassertalsperre Cranzahl aus. Mittlerweile ist sie wieder gut gefüllt - wie die meisten Talsperren in Sachsen.  © Uwe Meinhold

"Mit den ab Dezember gefallenen Niederschlägen und den großen Wasservorräten in der Schneedecke konnten die Talsperren nach der großen Trockenheit wieder eingestaut werden", erklärt Katrin Schöne von der Landestalsperrenverwaltung.

So sei an den beiden großen Talsperrensystemen Mittleres Erzgebirge und Klingenberg-Lehnmühle wieder ein Füllstand von 99 Prozent erreicht. Lediglich die Pöhl ist aktuell nur zu 85 Prozent angestaut.

Dramatisch ist die Situation in den ausgetrockneten Wäldern. In Nordsachsen und den nördlichen Teilen der Landkreise Meißen, Bautzen und Görlitz gilt die höchste Brandgefahrenstufe 5. Die Behörden erließen Wald-Betretungsverbote, in der Sächsischen Schweiz ist wildes Übernachten ("Boofen") untersagt.

Etwas Entspannung könnte eine Regenfront bringen, die laut Wetterdienst am Wochenende über Sachsen zieht.

Sonnenuntergang an der Talsperre Bautzen. Auch diese Brauchwasser-Talsperre hat nach dem Winter wieder einen akzeptablen Wasserstand.
Sonnenuntergang an der Talsperre Bautzen. Auch diese Brauchwasser-Talsperre hat nach dem Winter wieder einen akzeptablen Wasserstand.  © Lausitznews/Toni Lehder
Wenn alle Brünnlein fließen: Der Trinkbrunnen auf dem Dresdner Neumarkt lädt zum Erfrischen ein.
Wenn alle Brünnlein fließen: Der Trinkbrunnen auf dem Dresdner Neumarkt lädt zum Erfrischen ein.  © Steffen Füssel

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