Nach Hitze-Sommer herrscht Ebbe: Wird das Trinkwasser knapp?

Sachsen - Besonders die Wasserwirtschaft leidet nach der anhaltenden Hitze und Trockenheit, denn bei vielen sächsischen Talsperren heißt es: Wasser down. Dieses Wassertief gab es letztmals vor 30 Jahren.

Talsperre Eibenstock hat einen niedrigen Wasserstand zu beklagen.
Talsperre Eibenstock hat einen niedrigen Wasserstand zu beklagen.  © DPA

So hat beispielsweise die Talsperre Eibenstock einen Rekordpegel erreicht! Allerdings einen negativen. Seit dem Jahr 1985 gab es eine derartige Wasserknappheit nicht.

Staumeister Reiner Lautenschläger überwacht den Wasserstand der Talsperre und sagt gegenüber dem >> MDR:

"Der Wasserpegel ist um 9,70 Meter gesunken, die Talsperre ist noch zu 59,1 Prozent gefüllt."

Glücklicherweise sei die Lage noch nicht allzu dramatisch. "Circa 20 Millionen Kubikmeter Trinkwasser geben wir pro Jahr ab und haben derzeit noch 38 Millionen Kubikmeter Wasser in der Talsperre." Er hofft auf das Frühjahr - wenn die Talsperre wieder gefüllter sei.

Die Talsperre versorgt nicht nur Chemnitz und Zwickau mit Trinkwasser.

Eine zusätzliche Funktion der Talsperre ist auch der Ausgleich vom niedrigen Pegelstand der Mulde. Sieben Entnahmestellen gibt es in verschiedenen Höhen an der Staumauer für dieses Mulden-Auffüllen. Eine Entnahmestelle liegt allerdings schon auf dem Trockenen!

Sachsens Versorgung mit Wasser sei jederzeit gesichert

Die Talsperre Eibenstock hat einen Negativ-Rekordpegel zu verzeichnen: Seit 1985 gab's keinen so niedrigen Pegel.
Die Talsperre Eibenstock hat einen Negativ-Rekordpegel zu verzeichnen: Seit 1985 gab's keinen so niedrigen Pegel.  © DPA

"Das bereitet uns aber keine Probleme. Wir haben noch sechs Entnahmestellen, und derzeit haben wir auch mit den Wassertemperaturen keine Probleme, da wir fast Vollzirkulation des Wassers haben", so Lautenschläger weiter.

Das Trinkwasser solle bei der Abgabe nicht wärmer als 12 Grad sein. Bei den derzeitigen Temperaturen könne das Wasser problemlos in allen Tiefen entnommen werden.

Entwarnung auch von der Pressesprecherin der Landestalsperrenverwaltung Sachsen, Katrin Schöne: Auch sie sieht noch keine Engpässe bei der Trinkwasserversorgung:

"Unser Talsperrenverbundsystem hilft bei der Versorgung der Städte mit Trinkwasser. Wir schaffen das Wasser zum Beispiel von der Talsperre Lehnmühle in die Talsperre Klingenberg, damit dort das Trinkwasser in richtiger Menge und guter Qualität bereitsteht." Damit ist auch Dresdens Versorgung mit Wasser jederzeit gesichert.

So sieht es derzeit aus mit den Wasserständen in Sachsen (lt. Landestalsperrenverwaltung):

  • Talsperre Dröda -5,22 Meter
  • Talsperre Cranzahl -4,24 Meter
  • Talsperre Muldenberg -2,63 Meter
  • Talsperre Eibenstock -9,77 Meter
  • Talsperre Sosa -7,22 Meter
  • Talsperre Saidenbach -5,5 Meter
  • TalsperreLichtenberg -7,71 Meter
  • Talsperre Rauschenbach -6,18 Meter
  • Talsperre Gottleuba -7,64 Meter
  • Lehnmühle -16,15 Meter

Aber: Karin Schöne wünscht sich endlich schlechteres Wetter. "Wir bräuchten mindestens zwei Monate regelmäßigen Regen. Ein längerer Landregen wäre schön. Dann könnte das langjährige Niederschlagsmittel wieder erreicht werden."


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