Aues "Foxi" ist heiß: "Ich will es Mainz zeigen!"

Aue - Dieser Typ ist einfach ein Typ! Wenn andere Kicker mit ihren Karossen auf den Parkplatz im Stadiongelände fahren, dann müssen sie aufpassen, dass sie keine Simson über den Haufen fahren.

Am 6. März 2016 spielte Fabian Kalig (r., hier gegen Pascal Köpke) erstmals in Aue - als Kapitän der kleinen Mainzelmännchen. Damals verlor er mit 0:1. Vier Monate später war er selbst ein "Veilchen".
Am 6. März 2016 spielte Fabian Kalig (r., hier gegen Pascal Köpke) erstmals in Aue - als Kapitän der kleinen Mainzelmännchen. Damals verlor er mit 0:1. Vier Monate später war er selbst ein "Veilchen".  © Frank Kruczynski

Die S51 steht meistens schon. "Made in GDR" steht auf dem motorisierten Zweirad noch drauf. Die DDR hat Fabian Kalig nie kennengelernt.

Tief im Westen ist er zwar nicht geboren, aber in Wiesbaden und zwar am 28. März 1993. Also mehr als drei Jahre nach dem Mauerfall. Was eine Simson ist, wird Kalig wohl bis 2016 nicht gewusst haben, so weit entfernt vom Osten der Republik. Kennen- und liebengelernt hat er sein Moped nach seinem Wechsel vom FSV Mainz nach Aue im Juni vor zwei Jahren. Und so braust er in den warmen Monaten lieber mit Halbschale auf dem Kopf und seinem 3,7 PS starken Zweitakter unterm Gesäß durch Aue.

Das zeigt aber auch eins: "Foxi", so wird er wegen seiner rötlichen Haare gerufen, ist ein geerdeter Profi, bodenständig, einer der ankommt bei den FCE-Fans. Ein ehrlicher Arbeiter. Das wird hier in der Region geschätzt.

Jetzt grätscht und kämpft Fabian Kalig (l.) erfolgreich für den FCE - hier gegen Magdeburgs Aleksandar Ignjovski.
Jetzt grätscht und kämpft Fabian Kalig (l.) erfolgreich für den FCE - hier gegen Magdeburgs Aleksandar Ignjovski.  © picture point/Sven Sonntag

Nun geht es also Samstag im DFB-Pokal gegen seinen Heimatverein. Geboren und aufgewachsen ist Fabian Kalig in Wiesbaden, das Fußballspielen lernte er auf der anderen Rhein-Seite in Mainz. Als er im März 2016 erstmals in Aue spielte, kam er als Kapitän der "U23" des FSV. Mainz verlor 0:1.

"Damals war das Stadion im Bau, es wurde gerade erst so richtig angefangen. Trotzdem war die Stimmung top", kann sich der 25-Jährige noch erinnern. Und daher musste er nicht lange überlegen, als im Frühjahr die Anfrage aus Aue kam.

Vielleicht wäre vieles anders für ihn gekommen, wenn Sandro Schwarz damals schon Trainer des Bundesligisten gewesen wäre. Vielleicht wäre er jetzt Bundesliga-Spieler. Unter ihm als Coach war er Kapitän der kleinen Mainzelmännchen, Schwarz schätzte ihn.

Dessen Vorgänger Martin Schmitt setzte auf größerer Spieler. Schwarz löste Schmitt aber erst im Mai 2017 als Cheftrainer der Rheinhessen ab. Da war Kalig schon in Aue. Dort ist er zum Stammspieler gereift, ist seit 18 Monaten nicht wegzudenken.

Am Samstag will "Foxi" zeigen, dass es ein Fehler war, ihn ziehen zu lassen. "Ich freue mich auf die Partie, auch darauf, einige Gesichter wiederzusehen", sagt er: "Ich will es Mainz zeigen", powert er. "Ich könnte jetzt etliche Pokalfloskeln loswerden. Klar, Mainz ist Favorit, aber chancenlos sind wir sicher nicht. Mainz steigt jetzt erst in die Saison ein. Wir können gewinnen."

Schafft das Aue, wird er sich spät am Abend glücklich seinen Helm aufsetzen und mit seiner Simson heimtuckern.

Sandro Schwarz ist seit Mai 2017 Cheftrainer der Rheinhessen.
Sandro Schwarz ist seit Mai 2017 Cheftrainer der Rheinhessen.  © DPA/jan Hübner

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