Sachsen verschenkt Straßen, doch niemand freut sich

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat einige Staatsstraßen nach unten 
„durchgereicht“.
Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat einige Staatsstraßen nach unten „durchgereicht“.

Schwarzenberg - Was für ein Geschenk! In seiner Großzügigkeit überlässt der Freistaat dem Erzgebirgskreis satte 19,2 Kilometer Staatsstraße. Jubelausbrüche gab es bei den Beschenkten allerdings nicht. Denn die Piste ist ziemlich heruntergewirtschaftet.

Insgesamt 13 Staatsstraßen wurden in den letzten fünf Jahren zu Kreis- oder Gemeindestraßen abgestuft. Grund: Sie haben für den überregionalen Verkehr ihre Bedeutung verloren, etwa durch neue Ortsumfahrungen oder die wirtschaftliche Entwicklung.

Isabel Siebert vom Landesstraßenbauamt: Da sich Verkehrsströme regional immer wieder ändern, müssen entsprechende Anpassungen an die tatsächlichen Gegebenheiten möglich sein.“ Da es sich bei den übernommenen Straßen oft um wenige hundert Meter handelt, nehmen das die Bürgermeister oder Landräte meist geräuschlos hin.

Für diese Straße im Erzgebirge konnte sich der Freistaat nicht mehr erwärmen. 
Jetzt soll der Kreis damit glücklich werden.
Für diese Straße im Erzgebirge konnte sich der Freistaat nicht mehr erwärmen. Jetzt soll der Kreis damit glücklich werden.  © Klaus Jedlicka

Doch bei der 19,2 Kilometer langen S 273 zwischen Rittersgrün und Zschorlau handelt es sich um ein Phänomen - in einem zentralen Teilstück ist sie gar eine seit über drei Jahrzehnten abgeschottete Geisterbahn.

Verkehrsminister Martin Dulig: „Die konkreten Gründe der bereits zu DDR-Zeiten erfolgten Sperrung des Abschnittes zwischen Jägerhaus und Steinheidel sind nicht bekannt.“

Die darf jetzt der Erzgebirgskreis herausfinden. Fünf Jahre hat er Zeit, Baurecht zu schaffen. Sonst, so lautet die Absprache mit dem Land, geht das Geschenk und somit die Baulast auf die Kommunen über.

Übrigens: Auch der Freistaat wird regelmäßig mit Straßen beschenkt. Seit 2011 gab der Bund 74,8 Straßenkilometer ab.

So ist ein zwanzig Kilometer langes Teilstück der ehemaligen B 6 bei Bautzen seit 2013 die S 111.


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