Flüchtling stürzt zehn Meter in die Tiefe: Tot

Falkenstein/V. – Gruseliges Unglück im Vogtland: Ein minderjähriger Flüchtling (17) aus dem Sudan stürzte am späten Samstagabend aus dem dritten Stock seines Wohnheims und starb. Polizisten mussten das Drama mit ansehen und stehen unter Schock.

In diesem Haus in Falkenstein kam es zu dem Unglück.
In diesem Haus in Falkenstein kam es zu dem Unglück.  © Joachim Thoß

Vermutliche Ursache des Unglücks war ein Saufgelage zuvor im Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Ferdinand-Lasalle-Straße. Bald stritten sich die Bewohner. Irgendwann wurde es den Betreuern der Einrichtung zu bunt und sie riefen die Polizei.

Vermutlich sechs junge Flüchtlinge hatten sich in ihrem Heim in dritten Stock einer Gründerzeitvilla ordentlich die Kante gegeben. Polizeisprecher Oliver Wurdak (41): "Die Beamten schickten die jungen Männer in ihre Zimmer zurück. Einige mussten sie alkoholbedingt auch hinbringen."

Danach warteten die Polizisten ab, ob auch wirklich Ruhe einkehrt. Plötzlich hörten sie ein seltsames Geräusch, öffneten die entsprechende Zimmertür.

In dem Moment stockte den Polizisten der Atem: Draußen, vor dem geöffneten Fenster, stand ein Sudanese auf einem schmalen Sims. Oliver Wurdak: "Als die Beamten die Tür öffneten, stürzte der Mann auch schon in die Tiefe." Rund zehn Meter!

Die Polizisten rannten auf die Straße, wo der Flüchtling blutend und leblos lag. Sie begannen sofort mit der Wiederbelebung. Umsonst – der kurz darauf eintreffende Notarzt konnte nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen.

Die Kripo hat die Ermittlungen zu dem Todessturz aufgenommen. Am Sonntag besuchte Polizeipräsident Conny Stiehl (60) die betroffenen Beamten im Revier Auerbach. Die Männer stehen unter Schock, Stiehl bot ihnen Unterstützung an.


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