Badealarm: Zu wenig Rettungsschwimmer in Sachsen

Rund 3000 Rettungsschwimmer gibt es bei der DRK-Wasserwacht. Sie sind an 44 Badegewässern in Sachsen präsent.
Rund 3000 Rettungsschwimmer gibt es bei der DRK-Wasserwacht. Sie sind an 44 Badegewässern in Sachsen präsent.

Dresden - Mit steigenden Temperaturen füllen sich die Freibäder und Badeseen. Weil in Sachsen immer mehr Gewässer hinzukommen, stoßen die ehrenamtlichen Helfer von DLRG und Wasserwacht an ihre Grenzen: Rettungsschwimmer sind Mangelware.

"Wir sind händeringend auf der Suche", sagte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Sachsen, Christian Althaler.

Durch den Ausbau der Seenlandschaft rund um Leipzig und in der Lausitz kämen immer mehr Gewässer hinzu, die es in der warmen Jahreszeit zu überwachen gelte. "Das können wir kaum noch alles abdecken", so Althaler.

Zwar gebe es keine Probleme mit dem Rettungsschwimmer-Nachwuchs. Rund 80 Prozent der 3500 Mitglieder in Sachsen sind laut DLRG unter 27 Jahre alt.

Kurz vor Beginn der Badesaison fehlen in Sachsen Rettungsschwimmer.
Kurz vor Beginn der Badesaison fehlen in Sachsen Rettungsschwimmer.

"Wir brauchen Leute mit Erfahrung, die regelmäßig Dienste übernehmen." Die Rettungsschwimmer übernehmen Einsätze ehrenamtlich.

Die Erste Hilfe fange bei Insektenstichen und kleineren Verletzungen an und reiche bis hin zur Rettung bei Kreislaufzusammenbrüchen oder Herzstillständen. "Viele Schwimmer überschätzen sich selbst", sagte Althaler. Immer öfter sei dabei Alkohol im Spiel.

Im vergangenen Jahr gab es in Sachsen laut DLRG 19 Badetote, 2013 waren es 26.

Neben den Rettungsschwimmern der DLRG überwachen auch die Helfer der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) die Badestellen an Seen, Schwimmbädern, Talsperren und Kiesgruben. Rund 3000 Rettungsschwimmer gibt es bei der DRK-Wasserwacht. Sie sind an 44 Badegewässern in Sachsen präsent - darunter an der Talsperre Malter, der Talsperre Pöhl, der Schladitzer Bucht oder der Kiesgrube Luppa.

"Es ist generell eine große Herausforderung, die meist ehrenamtlichen Dienste zu besetzen", erklärte ein DRK-Sprecher. 2014 leisteten die Helfer etwa 1900 Einsätze, davon 24 Lebensrettungen, 40 Bootsbergungen und 3 Sucheinsätze. Damit liegt die Zahl der Einsätze etwa auf dem Niveau der Vorjahre.

Fotos: dpa


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