Sachsen muss mehr junge Flüchtlinge aufnehmen

Lehrerin Christine Eichbaum (M.) gibt am 13. November in Rodewisch im Beruflichen Schulzentrum für Wirtschaft Sprachunterricht.
Lehrerin Christine Eichbaum (M.) gibt am 13. November in Rodewisch im Beruflichen Schulzentrum für Wirtschaft Sprachunterricht.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Sachsen muss in den kommenden Monaten deutlich mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMA) aufnehmen. Denn der Freistaat hat sein Aufnahmesoll derzeit nur zu 30 Prozent erfüllt und liegt laut Sozialministerin Barbara Klepsch (50, CDU) auf dem letzten Platz.

Derzeit leben in Sachsen 1192 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge - mehr als achtmal so viel wie im Mai (141). Das Soll liegt eigentlich bei rund 3000.

Denn seit diesem Monat werden die Kinder und Jugendlichen über den Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt - fünf Prozent kommen also nach Sachsen. Zuvor wurden sie dort betreut, wo sie ankamen. Das war meist Bayern, Hamburg und Hessen.

Sachsen verteilt diese Woche erstmals 2000 Asylbewerber an die Kommunen weiter.
Sachsen verteilt diese Woche erstmals 2000 Asylbewerber an die Kommunen weiter.

„Wir müssen mit weiter steigenden Zahlen rechnen. Generell gilt, dass sieben bis neun Prozent aller Asylbewerber unbegleitete Minderjährige sind“, so Ministerin Klepsch.

Durchschnittlich werden künftig pro Woche 160 unbegleitete Minderjährige erwartet. Klepsch: „Sie sollen besonderen Schutz und Fürsorge bekommen.“ Im Schnitt sind die UMA 15,7 Jahre alt und kommen meist aus Syrien, Irak und Afghanistan.

Derweil bleibt die Situation angespannt: Allein von Freitag bis Sonntag kamen erneut mehr als 1700 Asylbewerber nach Sachsen. Damit hat der Freistaat dieses Jahr etwa 58.000 Asylbewerber aufgenommen. Weit mehr, als prognostiziert.

In dieser Woche sollen laut Innenministerium erstmals 2000 Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt werden - so viel wie noch nie.

Fotos: dpa (2)


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