Viele Tiefen und ungeahnte Höhen: Aues Bertram hat alles zurückgezahlt

Aue - Mit einem Hochgefühl hat sich Aues Sören Bertram in den Urlaub verabschiedet. Glücklich, losgelöst, völlig frei, im Reinen mit sich und der Welt. "Ich bin aus dem Norden, ich werde wohl mal in der Nordsee abtauchen", sagt er zu seinen Plänen in den kommenden Tagen.

Sein drittes Tor gegen den KSC: Sören Bertram (2.v.r.) trifft zum 3:1.
Sein drittes Tor gegen den KSC: Sören Bertram (2.v.r.) trifft zum 3:1.  © DPA/Robert Michael

Dort wird er nochmal Revue passieren lassen, was mit ihm in dieser Saison passiert ist, die für ihn erneut Tiefen bereit hielt, aber eben auch ungeahnte Höhen.

Zum ersten Mal in seiner Laufbahn gelangen ihm drei Tore in einem Spiel und das im so wichtigen Rückspiel der Relegation gegen den KSC. "Sören hat jetzt zurückgezahlt", sagt Präsident Helge Leonhardt. "Ich habe ihn vor zwei Jahren als Invaliden aus Halle geholt. Da hat keiner groß an ihn geglaubt. Er hat gerade in den letzten Wochen eine unglaubliche Entwicklung genommen", so der Boss.

Bertram hatte sich im April 2016 - noch für den HFC kickend- einen Kreuzbandriss und einen Knorpelschaden im Knie zugezogen, fiel fast ein Jahr aus. "Das Vertrauen hat mich damals schon geehrt. Riesig, dass ich es so zurückgeben konnte", strahlt der 26-Jährige.

Bei seinen Mitspielern scheint er nicht nur dank des KSC-Spiels einen Stein im Brett zu haben. "Sören ist das Gegenteil von in sich gekehrt. Er ist eine Frohnatur, die immer einen coolen Spruch auf den Lippen hat", sagt Kapitän Martin Männel.: "Ein Typ, den man einfach gernhaben muss."

Ähnlich denkt Hannes Drews: "Ein Kumpel und fußballerisch stark. Er hat ein Goldfüßchen", sagt der Ex-Coach. Und Dennis Kempe ergänzt. "Sören scheint ja auch keine Nerven groß zu haben, so wie er die Dinger gegen Karlsruhe reingeschweißt hat. So in den Kopfball zu gehen, wenn rings um dich herum die Leute mit den Beinen reingrätschen - Hut ab."

Dass alles wird Bertram gern über sich lesen, es aufsaugen. Aber er kann auch damit umgehen, weil er weiß, wie schnell du als Fußballer wieder unten sein kannst. Allein in der abgelaufenen Saison hat er das gemerkt.

Nach seinen vier Treffern im September brach er sich erst in Fürth das Nasenbein, in Kiel im Februar zog er sich einen Sehnenanriss im Oberschenkel zu. Da war er wieder weg vom Fenster, kletterte erst im Rückspiel gegen den KSC wieder auf den Sims.

Nach dem Sieg im Relegationsrückspiel gegen den KSC wurde Sören Bertram von den Fans auf Händen getragen.
Nach dem Sieg im Relegationsrückspiel gegen den KSC wurde Sören Bertram von den Fans auf Händen getragen.  © Picture Point

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