Wildschwein-Plage immer schlimmer! Muss jetzt die Bundeswehr ran?

Wildschweine sind schlau und darum sehr anpassungsfähig.
Wildschweine sind schlau und darum sehr anpassungsfähig.

Dresden - Schwarz, breit, stark - Sachsen erwartet die größte Wildschwein-Plage seit flächendeckend gezählt wird. Die Jäger kommen kaum noch hinterher, fordern Lockerungen im Jagdrecht.

Nicht mal die Schweinepest, die derzeit in Osteuropa grassiert, würde Abhilfe schaffen.

Muss jetzt etwa die Bundeswehr ran?

"Wir rechnen für 2017 mit 40.000 erlegten Wildschweinen - 6500 mehr als 2016", sagt Günther Zschommler (54), Chef des Landesverbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer. Zwar sei auch die Zahl der sächsischen Jäger gestiegen (von 7000 auf 11.000).

Doch die wären nicht alle aktiv und reichten auch nicht. Darum fordere sein Verband von der Politik Lockerungen bei der Jagd, so künstliche Beleuchtung oder Nachtsichtgeräte auf Gewehren.

Interessante Idee, aber in Deutschland nicht erlaubt: Die Armee hilft beim Jagen.
Interessante Idee, aber in Deutschland nicht erlaubt: Die Armee hilft beim Jagen.  © DPA

Der Einsatz von Bundeswehr dagegen sei "totaler Schwachsinn".

Entsprechende Forderungen tauchen immer mal wieder auf wie jetzt in Mecklenburg-Vorpommern und 2010 in Rheinland-Pfalz.

Die Armee selbst lässt ausrichten: "Bei der Bundeswehr in Dresden ist keine Anfrage zur Bejagung eingegangen, das ist auch nicht Teil unseres Auftrages."

Nicht einmal die Afrikanische Schweinepest würde "helfen". Die grassiert im Baltikum und in Polen und Tschechien - aber eben nicht in der Nähe zu Sachsen. In Polen beschränkt sich die Ausbreitung bislang auf die Ostgrenze, in Tschechien auf den Südosten. Dort übrigens sind gerade tatsächlich andere Waffenträger erfolgreich auf der Pirsch, nämlich Scharfschützen der Polizei. Doch auch das ist in Sachsen nicht erlaubt.

Trotzdem gibt es bei uns Anreize, um der Wildschweinplage (und der Pest vorbeugend) Herr zu werden: Der Landkreis Görlitz zahlt bis vorerst September 2018 eine Prämie in Höhe von fünf Euro pro erlegtem Tier, für Frischlinge bis 20 Kilogramm Lebendgewicht sogar zehn Euro, sagt eine Sprecherin.


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