An Heiligabend: Sächsischer Landesbischof hat eine wichtige Botschaft

Der Sächsische Landesbischof Carsten Rentzing hofft, dass die Menschen an Weihnachten nicht nur an sich denken.
Der Sächsische Landesbischof Carsten Rentzing hofft, dass die Menschen an Weihnachten nicht nur an sich denken.  © DPA

Von Landesbischof Carsten Rentzing

Dresden - Wenn das Weihnachtsfest ein Fest des Liebe ist und wenn dies tatsächlich gelten soll und nicht nur als Lippenbekenntnis, dann gehört in diese Zeit der Blick auf andere.

Im Lichte der Weihnachtsbotschaft ist mir nicht egal, wie es den Menschen ergeht, die in diesen Tagen um ihre Gesundheit bangen müssen und damit um die Zukunft ihres Lebens.

Mir ist nicht egal, was aus denen wird, die in diesen Tagen um ihren Arbeitsplatz fürchten. Und auch davon gibt es genügend in unserem Land. Ich fühle mit denen, die einen Angehörigen im Auslandseinsatz der Bundeswehr wissen. Über 3500 Soldatinnen und Soldaten befinden sich im Moment dort – nicht wenige unter ihnen aus Sachsen.

Und mir ist auch nicht gleichgültig, was aus denen wird, die durch Krieg und Verfolgung alles verloren haben. Wie könnte ich mich in weihnachtlicher Rührseligkeit ergehen, ohne einen Gedanken an diese Menschen.

Die Welt ist in Bewegung, so wie sie immer in Bewegung war. Mancher sagt sogar: Sie ist in Aufruhr. Alte Verlässlichkeiten zerbersten. Der Boden unter unseren Füßen beginnt zu schwanken. Materiell gesehen geht es unserer Gesellschaft durchaus gut und doch macht sich ein Gefühl der Unsicherheit breit. Die Herzen werden bang und aufgewühlt. Wohin gehen wir mit unseren Leben, wohin gehen wir mit unserem Land?

Über solche Fragen geraten wir aneinander. Je größer die Sorge, desto mehr. Überall lauern scheinbar oder tatsächlich Gefahren, die ihre dunklen Schatten nach uns werfen und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft bedrohen. „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, wie es ein großer deutscher Dichter einmal formuliert hat. Und so geht mein Blick auf das Rettende. Er richtet sich aus auf das Kind im Stall von Bethlehem. (...)

Die Hoffnung, die für uns bereitsteht, ist ja keine Hoffnung für Einzelne allein. Diese Hoffnung gilt allen Menschen. Und so richten sich der Mut und die Entschlossenheit, die aus der Zuversicht erwachsen, auch auf diese ganze Welt und im Besonderen auf die Menschen um uns. Unsere Gesellschaft braucht ein neues Zusammenstehen. Sie braucht eine neue Ausrichtung auf eine hoffnungsvolle Zukunft, in der nicht nur das Verderben lauert. Und es ist die alte Geschichte vom Stall in Bethlehem, es ist die liebende Zuwendung Gottes zu dieser Welt, die uns all dies zu schenken vermag.

So möchte ich auf die Krippen schauen in diesen Tagen. So möchte ich Ruhe und Beständigkeit erlangen und mich nicht weiter irre machen lassen. Der Segen aber, der daraus erwächst, ist ein Segen, der weit über mich selbst hinausreicht.

Freut Euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freut Euch! Der Herr ist nahe!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest.


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