Männer versuchen Mithäftling in JVA Leipzig zu erhängen

Am vorigen Samstag versuchten zwei Männer (25, 26), einen Mithäftling am Zellengitter zu erhängen.
Am vorigen Samstag versuchten zwei Männer (25, 26), einen Mithäftling am Zellengitter zu erhängen.  © ima

Leipzig - Am vergangenen Samstag versuchten zwei Insassen (25, 26) der Justizvollzugsanstalt (JVA)Leipzig, einen Mithäftling zu ermorden. Das ist bereits der zweite schwere Vorfall innerhalb einer Woche. Erst am Donnerstag voriger Woche hatte sich ein Häftling das Leben genommen.

Die beiden Männer sollen versucht haben, ihren Mit-Gefangenen am Zellengitter zu erhängen. Der Mord sollte als Suizid getarnt werden. Nach der Tat lösten sie selbst den Alarm aus, um den Vorfall zu melden.

Das Opfer, ein 38-jähriger Deutscher, erlitt schwere Verletzungen, unter anderem einen Brustbein-Bruch. Er wurde nach dem Vorfall auf die Intensivstation des Uniklinikum Leipzig gebracht.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat nun ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und schwerer Nötigung gegen die beiden mutmaßlichen Täter eingeleitet. Und noch ein dritter Mann (35) soll beteiligt gewesen sein: der vierte Mithäftling stellte sich schlafend während der Tat, wurde nun wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt.

Die beiden Insassen und ihr späteres Opfer waren erst am Mittwoch voriger Woche nach Leipzig verlegt worden. Zur LVZ sagte die JVA-Sprecherin Susann Mielke: "Zum Zeitpunkt der Belegungsentscheidung wurden keine Hinweise festgestellt, die gegen eine gemeinschaftliche Unterbringung dieser Gefangenen gesprochen hätten."

Brisant: die JVA Leipzig scheint überfüllt zu sein, wie René Selle, Landesvorsitzender des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands, der "Leipziger Volkszeitung" (LVZ) sagte. Auch die Zelle, in der der versuchte Mord stattfand, sei eigentlich auf drei Häftlinge ausgelegt gewesen. Nur in Ausnahmefällen wären vier Gefangene dort untergebracht. Wie auch am Tag des Vorfalls.


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