Kopfschuss auf Beifahrer: Das steckt hinter den Razzien in Sachsen

Leipzig/Hartha - Nach einem versuchten Mord hat die Polizei Mittwoch in Leipzig und Mittelsachsen mehrere Razzien durchgeführt. Drei Männer wurden verhaftet.

Maskierte Polizisten sichern in Hartha die Durchsuchung eines Hauses. Insgesamt gab es Mittwoch acht Razzien in Leipzig und Mittelsachsen.
Maskierte Polizisten sichern in Hartha die Durchsuchung eines Hauses. Insgesamt gab es Mittwoch acht Razzien in Leipzig und Mittelsachsen.  © Sven Bartsch

Es war eine filmreife Auseinandersetzung im Verbrechermilieu: Am 8. Mai hatten drei Männer auf der Leipziger Gersterstraße ein Auto gestoppt. Sie rissen die Türen auf, einer der Gangster schoss mit einer Pistole dem Beifahrer in den Kopf. Die Angreifer schnappten sich eine Tasche, in der Tausende Euro lagen - mutmaßliches Drogengeld.

Nach dem Überfall brachte der Fahrer seinen schwer verletzten Kumpel in die Klinik. Die Ärzte alarmierten die Polizei.

Am Mittwoch nun holten sich die Ermittler das mutmaßliche Überfallkommando. Bei zwei Razzien in Leipzig, an denen auch das SEK beteiligt war, wurden ein Türke und zwei Syrer verhaftet. Einer der Syrer soll der Schütze sein.

Doch auch bei den Überfallenen fielen die Ermittler ins Haus. Deren Bande soll in Mittelsachsen mit Drogen handeln und für eine Reihe von Werkzeugdiebstählen aus Firmenfahrzeugen und Betrieben verantwortlich sein. Man ermittle wegen Verdachts des Bandendiebstahls und des Drogenhandels, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.

Bei vier Hausdurchsuchungen in Hartha wurden ein türkische Insasse des damals überfallenen Autos und ein Deutscher kurzzeitig festgenommen. In den Wohnungen sollen sich zahlreiches Diebesgut und große Mengen Bargeld befunden haben.

Titelfoto: Sven Bartsch


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